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Geister, Tote und Beschwörer

Kombiniert historische Fakten mit fiktiven Elementen und beschäftigt sich gerne mit Geistern: der Trierer Autor Lyakon. Foto: privat
Kombiniert historische Fakten mit fiktiven Elementen und beschäftigt sich gerne mit Geistern: der Trierer Autor Lyakon. Foto: privat FOTO: (h_st )
Trier. Im Hauptberuf ist er Psychotherapeut, in seiner Freizeit schreibt er Fantasy-Horror-Geschichten: Unter dem Pseudonym Lyakon hat der Trierer nun ein Buch veröffentlicht. Es spielt in einer Zwischenwelt. Alina Wassmuth

Trier In seinem neuen Buch "Scyomantische Gespräche", das im Verlag der Schatten erschienen ist, befasst sich der Trierer Autor Lyakon mit den Schicksalen von Geistern, die zwischen Diesseits und Jenseits gefangen sind.

Der Autor: Er schreibt unter dem Pseudonym Lyakon, um sein Leben als Autor klar von seinem eigentlichen Hauptberuf, der psychologischen Psychotherapie, abzugrenzen. Schon früh begann er, seine Gedanken festzuhalten, sich Geschichten auszudenken und diese aufzuschreiben.
Seit der Studienzeit veröffentlicht er regelmäßig Werke. Die Idee zum Pseudonym Lyakon kam ihm nach dem Kauf seiner Waldhütte. Dort soll der Legende nach der Scyomant (Geisterbeschwörer) Lyakon gelebt haben. Die Einnahmen aus seiner Autorentätigkeit fließen vollständig in soziale Projekte.

Das Buch: "Sycomantische Gespräche" ist eine Sammlung von Kurzgeschichten der Kategorie Fantasy-Horror.
Es vermischt die Lebensgeschichten von Toten, die im Zwischenreich gefangen sind, mit Erklärungen zu Lyakons Tätigkeit als Geisterbeschwörer.
Die Geschichte: In den Kurzgeschichten kombiniert der Autor geschichtliche Elemente, Gesellschaftskritik und Kreativität. Die Geister verkörpern alltägliche Persönlichkeiten, denen erst nach dem Tod ihre Fehler und falschen Denkweisen bewusst werden: Da ist beispielsweise der Geschäftsmann, der sein Leben lang mit dem Streben nach Reichtum verbracht hat.
Im Jenseits bereut er es schließlich, mehr Gedanken an Geld als an den Genuss des Lebens verschwendet zu haben. In seinen Geschichten spielt Lyakon stets mit der schwammigen Grenze zwischen Realität und Fantasie.
Er übernimmt die Hintergründe seiner Geschichten häufig aus historischen Dokumenten und verknüpft diese mit fiktiven Elementen.

Leseprobe: "Seit Generationen tradiert meine Familie jenes verborgene Wissen, welches ehedem vom Universalgelehrten Agrippa von Nettesheim als Scyomantie bezeichnet wurde.
Diese Fähigkeit, den Geistern der Toten ätherische Substanz zu verleihen, geht auf eine okkulte Tradition zurück, die bereits in der Bibel im ersten Buch Samuel Kapitel 28 Vers 3 bis 25 beschrieben wird. Dort wird ausgeführt, wie die Hexe von En-Dor für König Saul den Geist des verschiedenen Propheten Samuel beschwor."
Extra: DREI SÄTZE, DREI ANTWORTEN


Wir haben den Autor gebeten, folgende Sätze für uns zu vervollständigen: Ich habe das Buch geschrieben, weil... ... ich wichtige menschliche Bereiche in Kurzgeschichten einbringen und dabei selbst entscheiden wollte, was für das Buch die richtige Geschichte ist. Das Besondere an dem Buch ist, dass ... ... es eine gute Mischung aus historischen Fakten und erdachten Biografien der Verstorbenen ist. Unbedingt lesen sollte es ... ...eigentlich jeder. Jeder wird irgendwann sterben und kann schon einmal einen Einblick bekommen in das, was ihn auf der anderen Seite erwartet. Nur für Unsterbliche ist das Buch irrelevant.