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Trier
Bernhard Hoëcker auf Schnitzeljagd in Turkmenistan

Bernhard Hoecker
Bernhard Hoecker FOTO: Manfred Esser / Trierischer Volksfreund
TRIER. Bernhard Hoëcker ist eigentlich Comedian, doch die spannendsten Geschichten erlebt er beim Geocaching. Im Mergener Hof teilte er seinen reichhaltigen Erfahrungsschatz mit dem amüsierten Publikum. Von Sebastian Stein

Spannungsgeladene Musik, aufregende Bilder und gewaltige Worte: Bernhard Hoëcker beginnt den Abend mit einer szenischen Lesung. Er spricht von Lava, Hitze, einem Krater und fragt schließlich das Publikum nach dem möglichen Ort: „Pulvermaar“ ertönt es blitzschnell aus den Reihen.

Tatsächlich waren Hoëcker und sein Begleiter Tobias Zimmermann nicht in der Eifel, sondern am sogenannten Tor zur Hölle in Turkmenistan – einem in Flammen stehenden Krater. Genauer waren die beiden auf der Suche nach einer Tupperdose in Turkmenistan.

Hoëcker und Zimmermann sind „Geocacher“, betreiben also Schnitzeljagden für Erwachsene quer durch die Welt. Mittels GPS werden an besonderen Plätzen versteckte Schätze gesucht. Finden die Schatzsucher die Dosen in den unterschiedlichsten Größen und Formen tragen sie sich in das sogenannte Logbuch ein.

„Seinen Namen einzutragen, ist das Schönste, was ein Cacher machen kann“, schwärmt Hoëcker. Üblicherweise gibt es in einem Land viele Caches, in Turkmenistan jedoch nur einen einzigen: „Und dieser wurde wenige Stunden zuvor zum ersten Mal geloggt“. Anwesende Geocacher verstehen das Ärgernis, um die verpasste Chance.

Hoëcker und Zimmermannn haben auch selbst sichtlich Spaß am Austausch von Insider-Geschichten mit dem Publikum.

Doch auch für die Unbeteiligten - von den Cachern liebevoll „Muggel“ genannt - haben die beiden im nahezu ausverkauften Mergener Hof allerlei Anekdoten im Gepäck. Der Schauspieler und Comedian moderiert den Abend in seiner gewohnt charmant humoristischen Art und kassiert viele Lacher.

Etwa über den Moment, als sie im Wald in den Dreh eines Zombie-Films gerieten oder als sie zu einer Nachtwanderung aufbrechen wollten und am frühen Abend merkten, dass es August ist. Vor allem bei der Suche an Lost-Places – also verlassenen Gebäuden – käme es oft zu ungewöhnlichen Begegnungen, erzählt Hoëcker:

Die drei natürlichen Feinde des Geocachers seien Wildschweine, Hunde und Jäger. „Bachen reagieren gelegentlich ungehalten auf Springerstiefel in ihrem Nachwuchs.“

Hoëcker hat selbst bereits über 40 Länderpunkte gesammelt und diverse Bücher über das Cachen geschrieben. Das aktuelle, zusammen mit Tobias Zimmermann, vereint als Sammelband Beiträge verschiedener Geocacher.

Bernhard Hoëcker, Tobias Zimmermann und andere Geocacher: Neues aus Geocaching. Geschichten von draußen. traveldiary.de Reiseliteratur-Verlag, 9.95 Euro