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Trierer Kinderschänder-Prozess: Angeklagter will Geständnis ablegen

Trier. Ein im Sommer bundesweit gesuchter mutmaßlicher Kinderschänder muss sich ab Anfang Januar in Trier vor Gericht verantworten. Der 38-jährige Eifeler soll sich an fünf Jungen, darunter zwei Zwillingsbrüder, vergangen haben. Der Angeklagte will nach TV-Informationen ein Geständnis ablegen.

(sey) Der zuletzt im bayerischen Sonthofen als Kellner arbeitende Christoph G. hatte sich Anfang August der Polizei gestellt, nachdem in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ungelöst" ein zu diesem Zeitpunkt noch unbekannter Kinderschänder gesucht worden war - mit einem größtenteils zensierten Video, auf dem der Missbrauch zweier kleiner Jungen zu sehen ist. Die Zwillingsbrüder wohnten damals in einem kleinen Ort im Vulkaneifelkreis, wie sich später herausstellte; ihr mutmaßlicher Peiniger einige Kilometer entfernt in Mayen. Der Kellner arbeitete nebenbei als Übungsleiter in mehreren Turnvereinen.

Mehr als zehn Mal soll sich der heute 38-Jährige an den kleinen Jungen vergangen und den brutalen Missbrauch auch noch gefilmt haben. Die Videos tauchten später unter anderem in einschlägigen Internet-Tauschbörsen auf.

Noch kurz vor seiner Festnahme soll der einschlägig vorbestrafte Eifeler in Sonthofen einen (schlafenden und zur Tatzeit alkoholisierten und damit widerstandsunfähigen) Jugendlichen missbraucht haben, den er aus seiner Zeit in Mayen gekannt habe. Auch diesen Missbrauch nahm der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft auf Video auf.

Für den Prozess vor der Ersten Großen Jugendkammer des Landgerichts sind fünf Verhandlungstage anberaumt. Verteidigt wird der Angeklagte von dem renommierten Trierer Anwalt Hartmut Diesel. "Mein Mandant wird sich seiner strafrechtlichen Verantwortung stellen", sagte Diesel dem TV, "den Kindern wird eine Aussage erspart bleiben."

Das aber kann nur heißen: Der mutmaßliche Kinderschänder will ein umfassendes Geständnis ablegen. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 15 Jahre Gefängnis und anschließende Sicherungsverwahrung.