Auch Welcherath für Golfplatzprojekt

Auch Welcherath für Golfplatzprojekt

Nun haben alle drei Gemeinden, die das Golfplatzprojekt in Nürburgringnähe betrifft, zugestimmt: nach Kirsbach und Brücktal auch Welcherath. Sechs Ratsmitglieder stimmten dafür, eins dagegen. Der niederländische Investor hatte zuvor seine Pläne vorgestellt.

Welcherath. Da es keine "normale" Gemeinderatssitzung werden würde, wurde Claudia Puth klar, als sie den Veranstaltungsort, das Welcherather Pfarrheim, betrat. "Haben sie immer so ein volles Haus?", fragte sie Ortsbürgermeister Josef Krein. Claudia Puth ist die Eventmanagerin der Firma von Ingmar Harthoorn, der ebenfalls zur Gemeinderatssitzung gekommen war. Der Niederländer und frühere Golfprofi will das Golfplatzprojekt am Nürburgring auf den Gemarkungen der drei Dörfer in der Verbandsgemeinde Kelberg realisieren. Harthoorn ist Betreiber des Golf-Clubs Mosel in Ediger-Eller/Cochem.

Mehr als 20 Bürger ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, den Investor kennenzulernen, der bisher noch nicht öffentlich aufgetreten war. Claudia Puth erklärte: "Wir haben nichts zu verbergen und wollen auch nichts vertuschen. Bisher hatten wir auch noch keine Gelegenheit, das Projekt vorzustellen, weil wir noch in der Planung sind. Das Projekt steckt eigentlich noch in den Kinderschuhen. Wir wollen aber bei der Umsetzung mit der Bevölkerung arbeiten, nicht gegen sie."

Die geplante Golfanlage am Nürburgring soll auf rund 68 Hektar Fläche entstehen und 30 bis 40 Arbeitsplätze sowie Wertschöpfung für die ganze Region durch weitere Arbeit für andere Betriebe bringen. Vorgesehen ist laut Harthoorn auch, "zehn bis 20 Luxus-Häuser" auf dem Areal zu bauen und zu verkaufen.

Aus dem Kreis der Bürger kam die Frage zur Naturverträglichkeit der Anlage, dem Gewässerschutz für den Kirsbach, aber auch zum Wasserbedarf des Platzes und dem Baupreis. "Wir wollen nichts machen, was die Natur beeinträchtigt. Wir wollen sogar Biotope bauen und Bäche renaturieren", sagte Claudia Puth. Der Wasserbedarf könne durch zwei stillgelegte Brunnen der Gemeinde auf dem Areal gedeckt werden.

Zur Bausumme wollte Harthoorn nichts Genaues sagen. Die Schätzung eines Bürgers, fünf Millionen Euro werde der Bau einer 18-Loch-Anlage kosten, konterte Harthoorn, dass er auch für 1,7 Millionen Euro eine bauen könne und das Geld kein Problem sei. Er distanzierte sich von der Beteiligung des Ausbaus des nahen Nürburgrings und der kontrovers diskutierten Finanzierung: "Wir haben nichts mit Kai Richter oder Mediinvest zu tun, wie gerüchteweise gemunkelt wird."

Claudia Puth erklärte, noch in diesem Jahr wolle man so viele Genehmigungen wie möglich bekommen, denn "wir würden gerne loslegen." Den Einwand eines Ratsmitglieds, die Entscheidung nicht kurz vor den Kommunalwahlen zu treffen, um dem neuen Gemeinderat "nicht so ein dickes Ei ins Nest zu legen", konterte Bürgermeister Josef Krein. Er stellte klar, dass der derzeitige Rat noch im Amt sei und auch entscheidunsgbefugt sei. Am 29. Mai soll in Kirsbach eine Eigentümerversammlung stattfinden, wobei diese über den Kaufpreis für ihre Flächen informiert werden.