Jagdtag auf der Burg

GEROLSTEIN. (ako) Falkner-Vorführungen, Kunsthandwerkermarkt, Tanzgruppe und Jagdbläser: Für das historische Jagdfest zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 12. September, wird auf Burg Lissingen ein standesgemäßes Programm geboten.

Mit der Ruhe der Wildtiere dürfte es am Sonntag rund um die Burg Lissingen vorbei sein: Dann lädt die "Außenstelle" der Trierer Landesgartenschau zum zünftigen Herbstfest unter dem Motto "Ein historischer Jagdtag auf der Burg" ein. Dabei bleiben die Rehe selbstverständlich höchst lebendig und unbehelligt, doch nach den Erfolgen des Frühlings- und des Sommerfests rechnet Burgherr Karl Grommes mit lebhaftem Interesse der Besucher. Mit einem Kunsthandwerker- und Bauernmarkt, Jagdhornbläsern, Bogenschützen sowie Vorführungen von Falknern, Kostüm- und Tanzgruppen wird das Herbstfest einen Einblick in das historische Burgleben geben. Denn die Jagd war fester Bestandteil des höfischen Alltags. Für das Fest wurde in der Aue ein Hochsitz gebaut, der später mit seiner Sitzbank Spaziergängern zur Rast mit schöner Aussicht einladen soll. "Hier kann man den Alltag völlig vergessen, und man merkt nicht, dass in der Nähe Straßen und Häuser sind", schwärmt Grommes von dem Stück Wildgarten, das mit besonderen Blick-Achsen angelegt wurde. Der Auberg erscheint zum Greifen nah, und die urwüchsige Sumpfvegetation ist so dicht, dass sich weder die nahe Bundesstraße noch das Neubaugebiet störend bemerkbar macht. "Vom Hochsitz aus kann man Eisvögel beobachten", erzählt der Burgherr. Er hofft, dass sich viele Naturliebhaber an diesem Platz zu meditativer Betrachtung hinreißen lassen. Das gesamte Areal der Burg Lissingen wird auch nach der Trierer Landesgartenschau beim Thema Landschaftsarchitektur bedeutsam bleiben: "Wir gehören zum Projekt Gärten ohne Grenzen, in der ausgewählte Gärten in Frankreich, Luxemburg sowie im Saarland und Rheinland-Pfalz zusammengefasst sind."30 000 Quadratmeter Naherholungsgebiet

Der Jagdtag ist für Grommes, der aus einer Jägerfamilie stammt, Anlass, "die letzte Ausbaustufe in der Gestaltung am Oosbach" in Angriff zu nehmen. Es soll ein kleines Naherholungsgebiet von rund 30 000 Quadratmetern entstehen, unter Einbeziehung des jetzigen Skulpturenparks, des Mühlbachs und der zur Burg führenden Allee. Am Jagdtag werden zudem thematische Führungen angeboten, die die Besucher für die klassische Verbindung von Architektur und naturnaher Landschaftsplanung sensibilisieren. Das Herbstfest beginnt um 10 Uhr und bietet bis 18 Uhr Folklore, Markt und Programm rund um die Jagd auf dem Burggelände und in der Aue.