Sanierung des Freibads in Kelberg an der Spitze der Prioritätenliste 2020 des Kreises Vulkaneifel

Infrastruktur : Freibadsanierung  hat höchste Priorität

Das gut 50 Jahre alte Freibad in Kelberg ist in die Jahre gekommen, an einer Modernisierung führt kein Weg mehr vorbei. Um das Vorhaben zu finanzieren, hofft die Verbandsgemeinde auf Unterstützung des Landes. Eine Voraussetzung ist dafür mittlerweile erfüllt.

Der Jahrhundert-Sommer 2018 hat vielen Kommunen, die ein Freibad unterhalten, Rekord-Besucherzahlen beschert. Und auch der Sommer 2019 hat den Freizeiteinrichtungen viel Zulauf beschert, in Kelberg war das Vergnügen noch größer, denn der Kiosk wurde wieder bewirtschaftet, „worüber sich die Gäste echt gefreut haben“, berichtet Johannes Saxler, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Kelberg.

Die lässt sich das Bad jährlich  gut 130 000 Euro kosten, eine Summe, die nicht durch Einnahmen gedeckt wird – ein „Schicksal“, das die VG mit praktisch allen Betreibern einer solchen Einrichtung teilt.

Aber missen will in Kelberg das Bad niemand, hat es doch laut Saxler „herausragende Bedeutung“, nicht nur für den Ort, sondern weit darüber hinaus. „Es ist ein Freibad für die ganze Region, nachdem das in Adenau geschlossen wurde. Von dort kommen viele Besucher, der Zuspruch hat zugenommen. Das Vorhandensein des Bads ist berechtigt“, macht der seit Juli 2018 amtierenden Verwaltungschef klar. Zudem verweist er darauf, dass es auch für den Schul- und Vereinssport (es gibt in Kelberg eine DLRG-Ortsgruppe) erforderlich sei, dass das Bad erhalten bleibe.

Allerdings ist es laut Saxler „insgesamt in einem desolaten Zustand“. Neben der Bädertechnik und dem Mehrzweck- und Kinderbecken seien auch die Sanitäranlagen – einschließlich Kiosk und Umkleidekabinen – dringend sanierungsbedürftig. Um die Planung auf den Weg zu bringen, stehen im VG-Haushalt des laufenden Jahres 1,5 Millionen Euro bereit. Finanzielle Unterstützung hatte sich die VG vom Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“, mit dem der Bund rund 200 Millionen Euro bereitgestellt hat, erhofft.

Allerdings vergeblich: „400 Anträge sind eingereicht worden, die das Finanzvolumen des Programms um das 13-Fache überschritten haben. Leider haben auch wir keine Bewilligung bekommen“, bedauert Saxler. Nun setzt die VG auf die Sportanlagenförderung des Landes, aber um davon profitieren zu können, muss die Freibadsanierung ganz oben stehen auf der Prioritätenliste der Sportstättenvorhaben des Kreises Vulkaneifel.

In der Regel fördert das Land jährlich nur ein Projekt pro Kreis. Die Chance auf Realisierung besteht also nur, wenn das Vorhaben auf Platz eins steht. Diese Voraussetzung ist mittlerweile erfüllt, denn der Jugendhilfeausschuss des Kreises hat das Projekt an die Spitze der Prioritätenliste für 2020 gesetzt.

Große Konkurrenz gab es allerdings nicht: Neben der VG Kelberg hat nur die VG Daun das Vorhaben „Neubau eines Umkleidegebäudes im Wehrbüschstadion in Daun“ (Kosten rund  500 000 Euro) angemeldet.

Das Freibad in Kelberg ist 1966/67 gebaut worden, 1989/90 gab es eine Generalsanierung. In den vergangenen zehn Jahren wurden verschiedene Fenster und Türen erneuert, die Ölheizungsanlage auf Erdgas umgestellt, der schadhafte Betonplattenbelag durch einen neuen Betonsteinpflasterbelag ersetzt, die Filter für das Beckenwasser saniert und mehrmals Instandsetzungsarbeiten an der Überlaufrinne am Beckenkopf durchgeführt.

Aber dennoch: Trotz dieser Unterhaltungsmaßnahmen führt an einer Renovierung kein Weg vorbei. Ein Planungsbüro hat ein erstes Sanierungskonzept mit grober Kostenschätzung, Planungsskizzen und Vorschlägen zur Freibadsanierung erarbeitet. Ergebnis: Die Gesamtkosten werden auf rund 2,6 Millionen Euro geschätzt.

Auf die lange Bank kann das Vorhaben nicht mehr geschoben werden, denn sollte eine Sanierung in den nächsten Jahren nicht erfolgen, wird es immer schwieriger bis unmöglich, Ersatzteile für die Bädertechnik zu beschaffen, um die geforderte Wasserqualität gewährleisten zu können. Die Prognose laut Beratungsunterlagen für den Jugendhilfeaussschuss: „Durch eine umfangreiche Sanierung könnte das Freibad für die nächsten 25 bis 30 Jahre der Bevölkerung und vor allem dem Schul- und Vereinssport weiterhin uneingeschränkt zur Verfügung gestellt werden.Zu berücksichtigen ist auch, dass sich durch eine Freibadsanierung, wie bereits jetzt schon, verstärkt touristische Chancen und Nutzungsmöglichkeiten ergeben werden.“

Neben der Bädertechnik und dem Mehrzweck- und Kinderbecken sind auch die Sanitäranlagen – einschließlich Kiosk und Umkleidekabinen – dringend sanierungsbedürftig. Foto: TV/Stephan Sartoris

Über den Sprung auf den ersten Platz der Prioritätenliste freut sich der VG-Bürgermeister: „Allen, die dazu beigetragen haben, unser Freibadprojekt auf den ersten Platz zu bringen, sind wir sehr dankbar. Um nun auch in den Genuss einer Förderung zu kommen und um die Grundlagen für eine abschließende Entscheidung im Verbandsgemeinderat zu schaffen, stehen wir mit der Sportförderung in Mainz in Kontakt.“

Mehr von Volksfreund