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Kommunalwahl: Sieben Gruppierungen kämpfen um 22 Mandate

Kommunalwahl : Sieben Gruppierungen kämpfen um 22 Mandate

Die Wahlperiode des Rats der Verbandsgemeinde Kelberg neigt sich dem Ende zu. Der TV gibt einen Überblick, wer in den neuen Rat will.

Fünf Jahre liegen hinter dem Rat der Verbandsgemeinde (VG) Kelberg, in denen insbesondere das Thema Windkraft für kontroverse Diskussionen gesorgt hat – im und außerhalb des Gremiums. Und das teilweise in einem so scharfen Ton, wie man ihn im Kelberger Land bis dato nicht kannte. Was die Windkraftplanung angeht, hat der Rat seine Zuständigkeit an den Kreis weitergereicht.

Ein neues Kapitel ist Mitte 2018 mit dem Amtsantritt von Johannes Saxler als neuem VG-Bürgermeister aufgeschlagen worden. Er hat die Nachfolge von Karl Häfner angetreten, der nach 34 Jahren als Verwaltungschef in den Ruhestand verabschiedet wurde. Der neuer Bürgermeister ist allerdings ein alter Bekannter für die Ratsfraktionen: Einarbeitungszeit war für Saxler nicht nötig, denn der kennt das Rathaus wie kein Zweiter, schließlich arbeitet er dort schon seit Jahrzehnten.

Die VG ist traditionell CDU-Stammland, auch wenn die Partei schon länger nicht mehr so übermächtig ist einst. Im aktuellen Rat hält sie zehn der 22 Mandate. Es folgen mit jeweils drei Sitzen die Unabhängige Wählergemeinschaft Kelberg, die SPD und Sturm im Wald (2014 erstmals angetreten). Einen Sitz haben FWG, FDP und die Grünen. Wer tritt für den neuen Rat an?

CDU
Wer seit Menschengedenken stets stärkste Kraft im VG-Rat ist, will das natürlich bleiben, aber darf es nicht noch etwas mehr sein? Was das angeht, lässt sich Peter Burggraaff, der die CDU-Liste anführt, keine Prognose entlocken. Er hält sich bedeckt: „Ich denke, dass wir unsere Zahl halten können.“ Er sieht den Rat in den kommenden fünf Jahren verstärkt mit den Folgen des demografischen Wandels konfrontiert. „Glücklicherweise haben wir anders als andere Kommunen einen finanziellen Spielraum, um etwas bewegen zu können.“ Als große Aufgaben nennt Burggraaff die Sanierung des Schwimmbads in Kelberg und das Thema Abwasser-Entsorgung: „Bei der Modernisierung von Kläranlagen steht uns einiges bevor.“

Die Kandidaten der CDU: 1. Peter Burggraaff (Kelberg), 2. Albert Berens (Kelberg), 3. Werner Ritter (Uersfeld), 4. Thomas Grötz (Katzwinkel), 5. Franz-Josef Simon (Retterath), 6. Thorsten Krämer (Bodenbach), 7. Wolfgang Düx (Neichen), 8. Gisela Schmitz (Kelberg), 9. Markus Klasen (Kötterichen), 10. Volker Fischenich (Höchstberg), 11. Manfred Lenarz (Katzwinkel), 12. Sarah Schlösser (Gelenberg),13. Andreas Daniels (Uersfeld), 14. Hermann Hay (Retterath), 15. Bernadette Mauren (Kelberg), 16. Karl-Heinz Sicken (Kelberg), 17. Heike Gerhards (Hörschhausen),18. Toni Bons (Höchstberg), 19. Sascha Heintz (Bodenbach), 20. René Münch (Kelberg), 21. Kathi Mauren (Kelberg), 22. Karlheinz Schmeier (Kelberg).

Unabhängige
Walter Eich, Fraktionssprecher der Unabhängigen Wählergemeinschaft Hochkelberg (Unabhängige) und Ortsbürgermeister von Mannebach, hat einen Wunsch für die Kommunalwahl: dass die personelle Präsenz im Rat größer sein wird als in den vergangenen fünf Jahren. „Ein bis zwei Mandate draufpacken wäre nicht schlecht.“ Auf der von ihm angeführte Liste finden sich viele bekannte Namen, aber laut Eich „auch neue Leute, die sich engagieren wollen.“ Auch er sieht die Schwimmbadsanierung als eines der großen Projekte, aber auch in die Schulen soll weiter investiert werden. Und nach fünf Jahren „strammer Atmosphäre“ im Rat hofft er, dass „wir etwas Frieden finden und eine etwas ruhigere neue Wahlperiode erleben.“

Die Kandidaten der Unabhängigen: 1. Walter Eich (Mannebach), 2. Michael Hoffmann (Kelberg ), 3. Tanja Kracht (Kelberg), 4. Robert Müller (Bongard), 5. Franz Josef Jax (Uersfeld), 6. Albert Grohnert (Oberelz), 7. Volker Reicherz (Kaperich), 8. Petra Rieder (Uersfeld), 9. Erwin Borsch (Bongard), 10. Alexander Weber (Kelberg- Zermüllen), 11. Birgit Neukirch (Boxberg), 12. Bruno Willems (Uersfeld), 13. Uwe Schöne (Arbach), 14. Ursula Herder (Kelberg), 15. Dirk Dobias (Kelberg), 16. Dirk Grombein (Lirstal), 17. Irmgard Holtkotte (Kelberg), 18. Hans Peter Mendel (Kaperich), 19. Jürgen Maas (Kelberg- Köttelbach), 20. Michael Schmitt (Oberelz), 21. Rudolf Schüssler (Kelberg), 22. Friedrich Schmitt (Kelberg-Köttelbach).

Grüne
Auf Bundes- und Landesebene sind die Grünen seit einiger Zeit im Aufwind, aber ob der sich auch bei der Wahl des VG-Rats Kelberg bermerkbar macht, mag Peter Kühbach nicht beurteilen. Traditionell hat die Partei einen schweren Stand im Kelberger Land. Künftig eine Fraktion (dafür sind zwei Sitze nötig) bilden zu können, das ist der Wunsch des derzeitigen grünen „Einzelkämpfers“, der die Kandidatenliste anführt. Kühbach plädiert dafür, dass auch in der VG  Kelberg eine Jugendpflege eingerichtet wird und dass die örtliche Schule eine volle Schulsozialarbeit-Stelle bekommt. „Und dass Fotovoltaik auf alle Dächer öffentlicher Gebäude kommt“, ergänzt Kühbach.

Die grüne Kandidatenliste: 1. Peter Kühbach (Kelberg) 2. Eva Pestemer (Kelberg) 3. Helga Wuttke (Mannebach), 4. Uller König (Kelberg), 5. Max Groß (Kelberg), 6. Anja Drieling (Uersfeld), 7. Arno Wuttke (Mannebach), 8. Kaja Möbius (Mannebach), 9. Ulrike Kirchner (Kelberg).

FWG Kelberger Land

Eine Liste für die VG-Ratswahl aufzustellen, war laut Erich Mohrs in diesem Jahr nicht so einfach: „Aber wir haben es hingekriegt. Es ist zwar eine kurze Liste, aber mit guten Leuten. Klasse statt Masse eben.“ Der Listenführer aus Horperath ist zuversichtlich: „Ich bin sehr optimistisch, dass gelingt, ein zweites Ratsmandat zu erringen.“ Mohrs geht davon aus, dass die Windkraft in der neuen Wahlperiode wieder ein Thema sein wird. „Die Schwimmbadsanierung wird uns beschäftigen, und wir müssen alles daran setzen, die medizinische Versorgung sicherzustellen.“

Die FWG-Liste: 1. Erich Mohrs (Horperath), 2. Michael Lanser (Mosbruch), 3. Peter Müller (Kelberg-Köttelbach), 4. Winfried Müller (Kelberg), 5. Helmut Morgen (Mannebach), 6. Hans-Gerd Gerhards (Mannebach), 7. Norbert Steinhaus (Arbach).

SPD

Bei der SPD ist Kontinuität angesagt, was den ersten Platz der Kandidatenliste angeht. Auf dem steht Wilfried Jax aus Uersfeld – wie schon 1999, 2004, 2009 und 2014.  Auch wenn die SPD im politischen Stimmungstief ist, hofft Jax, in der zu Ende gehenden Wahlperiode VG-Beigeordneter, dass „die Wähler anerkennen, dass die SPD in den vergangenen fünf Jahren für gute Politik in der VG gestanden hat.“ Er ist zuversichtlich, dass die Partei ihren Status, sprich drei Mandate, halten kann. Für die nächsten Jahre rechnet er damit, dass das Thema Erhalt der Selbstständigkeit der VG wieder auf die Tagesordnung kommt: „Dann gilt es wieder zusammenzustehen.“

Die SPD-Liste: 1. Wilfried Jax (Uersfeld), 2. Klaus Wanjek (Kelberg), 3. Peter Burggraf (Gelenberg), 4. Martin Michels (Uersfeld), 5. Eva Weber-Wanjek (Kelberg), 6. Nick Radermacher (Gunderath), 7. Berthold Engelhardt (Uersfeld), 8. Wilfried Jonas (Retterath), 9. Jochen Geilenkirchen (Kelberg), 10. Günter Peiffers (Uersfeld), 11. Dominik Jäger (Kaperich), 12. Karsten Elias (Gunderath), 13. Herbert Pulvermacher (Uersfeld), 14. Reinhold Müller (Mannebach).

Sturm im Wald

„Gemeinsam unsere Zukunft bewahren“ ist der Wahlkampf-Slogan von Sturm im Wald. Das will die Gruppe mit „vielen jungen Leuten und einer hohen Frauenquote“ erreichen, sagt Reinhold Jansen. Ganz oben auf der Liste der Vorhaben: Sand ins Getriebe werfen, was die Errichtung neuer Windräder angeht. „Wir wollen erreichen, dass sich die VG ihre Zuständigkeit für die Windkraftplanung wieder zurückholt. Wir können nicht einfach zuschauen, wie die Landschaft verschandelt wird“, sagt der Kinderarzt aus Sassen. Drei Sitze hatte Sturm im Wald 2014 geholt, als man erstmals für die VG-Ratswahl antrat. Jansen: „Wir haben hohe Zustimmung vor allem im Raum Kelberg. Deshalb halte ich es für realistisch, dass am 26. Mai noch was dazu kommt für uns.“

Die Sturm-im-Wald-Liste: 1. Markus Ewinger (Kelberg), 2. Reinhold Jansen (Sassen), 3. Heinrich Schmidt (Kelberg), 4. Johannes Bott (Kelberg), 5. Manfred Borm (Kelberg), 6. Mechthilde Hegel (Kelberg), 7. Tanja Thelen (Kelberg), 8. Ute Laux (Sassen), 9. Lisa Cornesse-Karst (Kelberg), 10. Stephanie Nestola (Kelberg), 11. Rebecca Umbach (Kelberg), 12. Niko Gottfried-Chatschatrjan (Kelberg), 13. Chiara Nestola (Kelberg), 14. Verena Bell (Kelberg), 15. Erwin Michels (Retterath), 16. Hanna Schötker-Jansen (Sassen), 17. Anja Volk (Kelberg), 18. Dieter Michalzik (Kelberg), 19. Elisabeth Schmidt (Kelberg), 20. Silvia Michalzik (Kelberg), 21. Harald Herberich (Kelberg), 22. Bianca Wirf (Welcherath).

FDP
Mannebach scheint ein FDP-Nest zu sein: Acht der zwölf Kandidaten, die bei der VG-Ratswahl am Sonntag in acht Tagen antreten, stammen von dort. Angeführt wird die Liste von Unternehmer Reinhard Stein, der in den vergangenen fünf Jahren das FDP-Fähnchen im Rat allein hochgehalten hat. Das soll sich ändern: „Ein oder zwei Mandate mehr wären schlicht“, hofft Stein, der seit zehn Jahren im Rat sitzt. Auch er sieht die Schwimmbadsanierung als großes Thema der nächsten Wahlperiode. Und könnte auch das Thema Fusion mit einer anderen VG nochmal akut werden? „Ganz vom Tisch ist das sicher nicht. Ich hoffe, dass Mainz uns noch lange in Ruhe lässt und wir eigenstandig bleiben.

 Logo_Kommunalwahl_2019
Logo_Kommunalwahl_2019 Foto: TV/Lambrecht, Jana

Die FDP-Liste: 1. Reinhard Stein (Mannebach), 2. Andreas Blick (Retterath),  3. Sebastian Reif (Katzwinkel), 4. Thorsten Stein (Mannebach), 5. Hildegard Stein (Mannebach), 6. Ralf Wagner (Mannebach), 7. René Stein (Mannebach), 8. Ilona Miller (Mannebach), 9. Daniel Krämer (Kelberg), 10. Lothar Diederich (Berenbach), 11. Reinhold Kuss (Mannebach), 12. Peter Simon (Mannebach).