Müll-Versuch wird teurer als geplant

Müll-Versuch wird teurer als geplant

Das geplante Pilotprojekt zur Nachsortierung des in der Region gesammelten Hausmülls wird teurer als geplant. Ist der Versuch erfolgreich, könnten die Gelben Säcke ein Auslaufmodell sein - und die Müllgebühren sinken.

Trier. Es ist ein ehrgeiziges Projekt, für das der Zweckverband Regionale Abfallwirtschaft (RegAb) im Frühjahr grünes Licht gegeben hat: In einem einjährigen Pilotprojekt soll ein Teil des in der Region Trier gesammelten Hausmülls zunächst getrocknet und anschließend sortiert werden. Sind die Ergebnisse überzeugend, könnten sie die Müll-Entsorgung in Deutschland revolutionieren: Wie vor 20 Jahren müssten nicht mehr die Bürger ihren Abfall trennen. Dies erledigten - nach der Trocknung - Magneten und Sensoren mit weitaus höherer Präzision. Noch aber ist das Zukunftsmusik, weil niemand weiß, ob das von Experten begleitete Pilotprojekt in Mertesdorf (Kreis Trier-Saarburg) auch funktioniert. Zunächst einmal wird der größtenteils von allen Kreisen und der Stadt Trier finanzierte Versuch teurer als geplant - um 300 000 Euro. Etwa 800 000 Euro der geschätzten Gesamtkosten in Höhe von 1,3 Millionen Euro muss der RegAb (in dem Zweckverband sind die Kommunen zusammengeschlossen) tragen, den Rest teilen sich das Land und private Firmen. Die Mitglieder des Zweckverbands haben am Dienstagabend in Trier die Mehrkosten abgesegnet. Jetzt soll das Pilotprojekt ausgeschrieben werden, Ende des Jahres kann der Test dann beginnen. Für Otto Normalverbraucher ändert sich während der einjährigen Testphase nichts. Er wirft seinen Rest-Abfall weiter in die Graue Tonne und Verkaufsverpackungen in den Gelben Sack. In Mertesdorf wird der Müll zunächst getrocknet. Vorteil: Der Müll wird leichter, die nach Gewicht bemessenen Verbrennungskosten sinken. Im Rahmen des Pilotprojekts wird der getrocknete Abfall vor der Verbrennung allerdings noch nachsortiert, also von wiederverwertbaren Materialien befreit. Dadurch wird sich die Müllmenge abermals verringern. Zudem können die aussortierten Stoffe (Folien, Holz, Metalle) an Wiederverwertungsbetriebe verkauft werden, bringen dem RegAb somit sogar noch Geld. Erlöse und Einsparungen, die letztlich dem Müllgebührenzahler zugute kämen. Die Überlegungen hinter dem Pilotprojekt: Sind die Sortier-Ergebnisse zufriedenstellend, wäre die seit vielen Jahren praktizierte Müll-Trennung durch die Bürger überflüssig. Dann wären auch die Gelben Säcke über kurz oder lang wohl reif fürs Bonner Haus der Geschichte. Wohl mit ein Grund, warum der Zweckverband Abfallwirtschaft im Raum Trier (ART) derzeit mit dem Verkauf seiner Sortieranlage im Trierer Hafen liebäugelt (der TV berichtete mehrfach). Bietet ein privater Investor ausreichend Geld, soll die Sortieranlage für Gelbe Säcke Ende des Jahres verkauft werden.