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Platz für 4,5 Milliarden Zigaretten

Platz für 4,5 Milliarden Zigaretten

Der Zigarettenproduzent Japan Tobacco International (JTI) in Trier ist mit rund 1800 Mitarbeitern der größte private Arbeitgeber in der Region. Über 50 Milliarden Zigaretten gingen im vergangenen Jahr von Trier aus in 53 Länder der Welt. Und - JTI will weiter wachsen.

Trier. Das neue Hochregallager ist die jüngste Großinvestition von JTI am Standort Trier. Schon beim Bau des Lagers sorgte das imposante Gebäude mit einer Länge von 84 Metern, einer Breite von neun Metern und einer Höhe von 26 Metern für viel Aufsehen.

Nun läuft die Verteilung der Zigaretten über das Blocklager, das modernste seiner Art, auf Hochtouren. JTI-Chef Jürgen Rademacher präsentiert entsprechend stolz die Mega-Anlage. Von der zweistelligen Millioneninvestition gingen mehr als 75 Prozent der Aufträge an Unternehmen aus der Region.

Während Rademacher mit Logistik-Chef Hermann Fantes die Abläufe inspiziert, läuft im Hintergrund der Versand fast vollkommen automatisch. Auf Paletten werden die Zigaretten zum Verladeterminal angeliefert, computergesteuert, wie von Geisterhand. An neun Verladerampen können die LKW andocken, auf- oder abladen und kurze Zeit später wieder ablegen. "In dem Lager können wir bis zu 4,5 Milliarden Zigaretten auf einmal vorhalten", erklärt der JTI-Chef. Über sieben Stockwerke erstreckt sich das Hochregallager, bis zu 15 000 Palettenstellplätze stehen zur Verfügung. Schnell und effizient sind so Lagerung und Weitertransport aufeinander abgestimmt.

"Die Investition ist ein eindeutiges Zeichen von Japan Tobacco an den Standort Trier", sagt Jürgen Rademacher, Vice President Manufacturing Europe. Zudem bestehe noch die Möglichkeit, die Lagerkapazität in Zukunft durch einen Anbau um weitere 50 Prozent aufzustocken. "Japan Tobacco hat das Ziel weltweit die Nummer eins zu werden und wir in Trier wollen dazu unseren Teil beitragen", erklärt der JTI-Manager.

Die Produktion in einem "Hochlohnland" wie Deutschland sei dabei möglich, weil das Werk Trier bei Produktivität, Flexibilität und Liefertreue im weltweiten Konzern absolute Spitze sei. "Unsere Mitarbeiter sind bereit, die Extra-Meile für den Erfolg zu gehen", lobt Rademacher sein Team. Auch hochmoderne Maschinen seien immer nur so gut, wie die Mitarbeiter, die sie bedienen.

Exportanteil liegt bei 90 Prozent



Und so perfekt läuft auch das Hochregallager: Die Aufträge an das Trierer Werk kommen direkt aus Genf. In der Schweizer Zentrale wird die Verteilung auf die Märkte gesteuert. So viel Paletten Winston, Camel oder Mild Seven für dieses oder jenes Land - per Computersteuerung werden die LKW-Container vorbereitet und dann nur noch per Gabelstapler gefüllt. Im Trierer Lager werden aber nicht nur Zigaretten verteilt, die an der Mosel hergestellt werden. Per Lastwagen kommen die Produkte aus den Werken in Polen, Rumänien, Österreich und Nordirland und gehen dann von Trier aus in alle Welt. Die in Trier hergestellten Zigaretten laufen über ein spezielles Förderband im Lager auf. "Bis zu 64 Paletten in der Stunde können wir so einlagern", erklärt Logistik-Chef Hermann Fantes. Das macht pro Tag bis zu 900 Paletten Zigaretten.

Die bei weitem meisten Zigaretten aus Trier gehen übrigens ins Ausland, vor allem nach Europa. "Wir haben einen Exportanteil von 90 Prozent", sagt Jürgen Rademacher und nennt Spanien, Italien und Frankreich als wichtige Absatzmärkte.

Mehr als 50 Milliarden Zigaretten hat JTI in Trier 2008 und 2009 produziert. "Auch in diesem Jahr hoffen wir darauf diese Grenze überspringen zu können", ist Jürgen Rademacher mit der momentanen Lage zufrieden. EXTRA Japan Tobacco: Japan Tobacco ist der drittgrößte Zigarettenproduzent der Welt. Der Konzern stellt zehn unterschiedliche Zigarettenmarken für den deutschen Markt her. Dazu gehören die Marken Camel, Winston, B&H, Club, Tawa, Reyno, NIL, Mercedes de Luxe, sowie Overstolz. (hw)