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Terminalausbau am Hahn gestoppt

Terminalausbau am Hahn gestoppt

Die Höhenflüge des Flughafens Hahn sind vorerst vorbei. Wegen der neuen Luftverkehrsabgabe ist der vorgesehene Terminalausbau vorerst gestoppt worden. Dies gab eine Sprecherin des Betreibers am Dienstag bekannt.

Hahn. (tor/dpa) Die mit 5,5 Millionen Euro veranschlagte Investition in den Ausbau des Terminals am Flughafen Frankfurt-Hahn ist zunächst auf Eis gelegt. Grund ist die von der Bundesregierung beschlossene Luftverkehrsabgabe, die sich voraussichtlich am Hahn mit acht Euro pro Ticket niederschlagen wird. "Wir wollen abwarten, wie sich die Abgabe auf das Reiseverhalten der Passagiere auswirkt", sagt Hahn-Sprecherin Maria Horbert.

Auch Ryanair-Sprecherin Henrike Schmidt meint: "Reisende buchen sehr kurzfristig, daher ist es schwer einzuschätzen, welche Auswirkungen die Verkehrsabgabe haben wird. Doch eins steht außer Frage: "Wir ziehen uns nicht vom Hahn zurück." Auch die Anzahl der derzeit am Hahn stationierten Maschinen (11) bleibt bestehen, sagt Schmidt. Wie lange die Erweiterung des Terminals ausgesetzt wird, steht noch nicht fest. Eigentlich hätten die Bauarbeiten jetzt beginnen sollen. Während der Sommermonate wurden im Terminal lediglich einzelne Renovierungsarbeiten erledigt.

Geplant war eine Vergrößerung des Gebäudes, verbunden mit einer Konzentration der Abfertigungsschalter, einer Optimierung der Passagierströme sowie eine daraus resultierende Vergrößerung der Ladenflächen, um den Pro-Kopf-Umsatz pro Passagier am Hahn zu erhöhen - was mehr Einnahmen außerhalb des Flugbetriebs möglich machen sollte.

Das Terminal war 2001 in Betrieb genommen und mit steigenden Fluggästezahlen mehrfach provisorisch erweitert worden. Trotz Protesten der Luftfahrtbranche hatte das Bundeskabinett eine Luftverkehrssteuer von bis zu 45 Euro pro Ticket beschlossen. Sie gilt schon jetzt bei Buchungen für Abflüge vom 1. Januar 2011 an. Die nach Entfernung in drei Stufen gestaffelte Steuer soll jährlich eine Milliarde Euro zur Haushaltskonsolidierung einbringen. Auf den ab 30. Oktober geltenden Flugplan hat die Luftverkehrsabgabe wohl noch keine Auswirkungen. Ryanair hat mit 43 Flugzielen sogar eine Hahn-Strecke mehr im Winterflugplan als 2009.

Mit den turnusgemäßen Wechseln zwischen Sommer- und Winterzielen ist wieder zu rechnen, sagt Ryanair-Sprecherin Schmidt. So fehlen die im Sommer angeflogenen spanischen Ziele Santander, Reus (Barcelona) und Sevilla zugunsten der im Winter beliebteren Kanaren sowie Agadir/Marokko oder Kos/ Griechenland. Prag ist gestrichen. Extra Luftverkehrssteuer: Die Luftverkehrssteuer verteuert Flugtickets in Deutschland vom kommenden Jahr an um bis zu 45 Euro pro Ticket. Die Steuer gilt bereits jetzt: Bei Buchungen für Abflüge vom 1. Januar 2011 an, müssen Passagiere mehr zahlen. Die Abgabe ist nach Entfernung in drei Stufen gestaffelt. Die Bundesregierung hofft, das diese neue Steuer jährlich eine Milliarde Euro zur Haushaltskonsolidierung einbringt. (dpa)