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Handball: Nächste Miezen-Schlappe trotz zwölf Schneider-Toren

Handball: Nächste Miezen-Schlappe trotz zwölf Schneider-Toren

Sechste Niederlage im sechsten Spiel - und zum vierten Mal mit einer zweistelligen Tordifferenz: Die Trierer Miezen bleiben nach dem 23:36 (11:18) gegen den VfL Oldenburg punktloser Tabellenletzter der Frauen-Handball-Bundesliga. Die Gäste bleiben ungeschlagen und haben 11:1 Zähler auf dem Konto - und Oldenburg musste sich nicht einmal groß anstrengen, um diesen Kantersieg zu erreichen.

Beste Mieze in einer am Ende saft- und kraftlosen Mannschaft war Katrin Schneider, die mit zwölf Treffern mehr als die Hälfte der MJC-Tore erzielte. Aber insgesamt zeigte Trier erneut eine Leistung, die Bundesliga-Ansprüchen nicht genügte. Und weil auch die Konkurrenz punktete, wurde der Abstand zum Nicht-Abstiegsplatz weiter größer. Viel Änderung ist auch nächsten Samstag in Berlin nicht zu erwarten.

"Oldenburg hat hochverdient gewonnen, aber wir haben es ihnen auch leicht gemacht mit unseren technischen Fehlern", sagte MJC-Co-Trainerin Jana Arnosova: "Wir sind immer hinterher gelaufen und am Ende sind wir völlig auseinander gebrochen."

Mit der deutlichen Heimniederlage "komplettierte" die MJC das schwarze Wochenende des Trierer Sports, nachdem die Eintracht (gegen Offenbach) und die TBB (in Crailsheim) ebenfalls verloren hatten.
Den ersten Schock mussten die Miezen schon vor dem Anpfiff verdauen: Neuzugang Celine Michielsen, bislang beste Torschützin, zog sich eine Schulterverletzung zu - und fällt mehrere Wochen aus, die Niederländerin muss wohl operiert werden. "Wir sind absolut geschockt, das hat katastrophale Auswirkungen. Wir müssen schauen, wie wir das angesichts unseres kleinen Kaders kompensieren können", sagte Arnosova. Somit ist die Slowakin Andrea Czanik erst einmal am Kreis auf sich alleine gestellt.

Trotz dieses Ausfalls agierte die MJC anfangs bissig in der Defensive, leistete sich im Spielaufbau aber eine Vielzahl von Fehlpässen, vor allem Franziska Garcia-Almendaris hatte einen schwarzen Tag. Bis zum 6:6 war allesa usgeglichen, dann profitierte die junge Oldenburger Truppe - angetrieben von Carolin Müller, Annika Meyer (20), Kim Birke (21) sowie der starken Torfrau Tess Wester (21 Jahre, mit 17 abgewehrten Bälle dreimal so viel Paraden wie alle drei Trierer Torfrauen zusammen) - von den vielen Trierer Fehler und zog auf 10:6 davon. Selbst eine Auszeit von Trainerin Cristina Cabeza weckte nicht die Lebensgeister. Zumindest die Niederländerin Maxime Struijs knüpfte an ihre starke und mit neun Toren gekrönte Leistung vom vergangenen Auswärtsspiel in Metzingen an, traute sich viel zu und erzielte alle vier Tore vor der Pause.
Weil aber Oldenburg körperlich viel frischer und zudem in der Defensive viel wacher war, lagen die Miezen zur Pause schon deutlich mit 11:18 im Hintertreffen, mittlerweile zeigte sich auch die anfangs starke Defensive zu löchrig.

Aber der Drops war noch nicht gelutscht: Angetrieben von Schneider kämpfte sich Trier zum 19:23 heran, Oldenburg hatte sich zwischenzeitlich dem MJC-Niveau angepasst. Doch als den Leistungsträgerinnen wie Schneider und Garcia die Kräfte ausgingen, war die Messe gelesen. Oldenburg erzielte bis zum Ende eine 13:4 Serie, die MJC war stehend ko.o.

Statistik:
DJK/MJC Trier - VfL Oldenburg 23:36 (11:18)
DJK/MJC Trier: Kockler, Flöck, Vogt - Sattler (1), Backhed (0), Mohr (0), Schneider (12/5), Houben (0), Czanik (0), Kordel (0), Derbach (4), Struijs (4), Garcia-Almendaris (2)
VfL Oldenburg: Renner, Wester - Schnack (3), Meyer (4), Deters (0), Birke (5), Müller (6), Wenzl (8), Svendsen (1), Salberg (2), Geschke (6/2), Hartstock (1)
Schiedsrichter: Dinges/Kirsch, Zuschauer: 650
Zeitstrafen: Trier: Czanik, Garcia-Almenmdaris/Oldenburg: Schnack, Deters
Siebenmeter: Trier: 5/5 - Oldenburg: 2/2