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24-Stunden-Rennen am Nürburgring: Sieg für BMW - Rennen in der Nacht unterbrochen

Motorsport : 24-Stunden-Rennen am Nürburgring: Sieg für BMW - Rennen in der Nacht unterbrochen

Bei typischem Eifelwetter, Nieselregen, Wolkenverhangenem Himmel und acht Grad Außentemperatur ist am Samstagnachmittag das ADAC TOTAL 24h-Rennen auf dem Nürburgring abgehalten worden. In der Nacht musste das Rennen für mehrere Stunden unterbrochen werden.

Update Sonntag 17.45 Uhr: In einem chaotischen Rennen auf dem Nürburgring hat sich BMW zum 20. Mal den Gesamtsieg beim 24-Stunden-Klassiker gesichert. Mit den Briten Alexander Sims und Nick Yelloly, dem Österreicher Philipp Eng und Nick Catsburg aus den Niederlanden abwechselnd am Steuer fuhr das Rowe-Racing-Team am Sonntag nach 85 Runden als Erster ins Ziel. Dabei profitierte das Quartett von einem späten Boxenstopp der Audi-Crew um den Kulmbacher Christopher Haase. Die Sieger im BMW absolvierten eine Gesamtdistanz von 2157,130 Kilometern. Geprägt war das Langstrecken-Rennen von Wetterkapriolen und widrigen Bedingungen. (dpa)

Update Sonntag 10:17 Uhr: Das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring ist am Sonntagmorgen wieder aufgenommen worden. Nach 9:45 Stunden Unterbrechung ging es um 8.18 Uhr auf der Traditionsstrecke in der Eifel weiter. Am Samstag war das Rennen nach gut sieben Stunden aus Sicherheitsgründen unterbrochen worden. Grund waren starke Regenfälle, die in einigen Abschnitten der Rennstrecke zu Aquaplaninggefahr geführt haben. Vor der Unterbrechung durch die Rennleitung hatte es bereits mehrere Unfälle gegeben, die jedoch ohne Verletzte und nur mit Sachschäden verliefen. (dpa)

Foto: 24h Media

Update Sonntag 8:30 Uhr: Das Rennen wird fortgesetzt. Um 8.18 Uhr ging es für die Fahrer weiter.

Update Samstagabend 23.56 Uhr: Kurz nach 23 Uhr reagierte die Rennleitung: Aus Sicherheitsgründen wurde das Rennen wegen der sich ständig weiter verschlechternden Witterungsbedingungen unterbrochen. Eine Entscheidung darüber wie es weitergehen soll, war vorerst für 3 Uhr angesetzt worden. Egal, wie lange die Unterbrechung auch andauern wird: Die nicht gefahrene Zeit gilt offiziell als „race time“. Das Rennen wird auf jeden Fall am Sonntag um 15.30 Uhr beendet. Kurz daraufg wurde die Unterbrechung bis zum Morgen ausgedeht.

Update Samstagabend 23 Uhr: Das Rennen wurde wegen der Witterungsbedingungen vorerst bis 3 Uhr in der Nacht unterbrochen.

Update Samstagabend 21.40 Uhr: Die „Wetterhexe“ machte im ersten Viertel des ADAC TOTAL24h-Rennens am Nürburgring ihrem Namen auch in diesem Jahr wieder alle Ehre. Nachdem schon zum Start um 15.30 Uhr der Regen bei tief-schwarzen Wolken gegen die Seitenscheiben der rund 100 gestarteten Fahrzeug peitschte, und ein Gros der Fahrer nach knapp zwei Stunden Arbeit am Volant das Gefühl hatte, die Nacht würde schon über die Eifel einfallen, wurde die Angst vor einem weiteren Phänomen immer größer: „Nebel“.

„Ich hoffe für alle Teilnehmer, dass das Rennen nicht in der Nacht wegen Nebels unterbrochen oder gar abgebrochen werden muss“, trug Ring-Legende Volker Strycek, der in diesem Jahr zum ersten Mal seit 24 Jahren nicht am Volant eines Rennboliden saß, seine Bedenken und seine fachmännische Skepsis vor.

Bei Dauerregen in der Eifel verlor beim Start Pole-Setter Maro Engel im Mercedes-AMG die Führung an den Ferrari mit Jonathan Hirschi im Cockpit, der als Erster in die erste Startkurve einbog. Bei extrem nasser Piste hatten sich aber bald darauf zwei Mercedes AMG GT3 mit dem Italiener Raffaele Marciello und Maro Engel vom Feld etwas absetzen können.

Dahinter tobten in der Gischt viele spannende Positionskämpfe mit spektakulären Überholmanövern. Erste frühe Boxenstopps wirbelten das Klassement bereits nach kurzer Zeit durcheinander. Auch der Überrundungsverkehr war zu diesem extrem frühen Zeitpunkt bereits in vollem Gange. Es war Rennaction pur zu Beginn dieses denkwürdigen Rennens unter ganz besonderen Vorzeichen und äußerst widrigen Bedingungen

.Der Bitburger Thomas Mutsch hatte als Startfahrer das spektakulärste Fahrzeug des gesamten Feldes, den SCG 004C des US-Milliardärs Frank Glickenhaus ins Rennen gebracht. Der Bolide galt wie in jedem Jahr als einer der Geheimfavoriten, bleibt vom Topspeed her mit den führenden GT3-Boliden gleichauf. Oft aber mangelte es dem extravaganten Renner an Standfestigkeit über die gesamte Distanz des langen Rennens.

Der Aufsehen erregende Exot der Scuderia Glickenhaus kratzte nach etwas mehr als drei Stunden an den Top 20. Das Mutsch-Team jagte damit als schnellster nicht GT3 Teilnehmer die Meute in die Nacht.

Viele Dreher und auch die ersten Unfälle sorgten für gelbe Flaggen und sogenannte „Code-60-Zonen“ mit limitierter Geschwindigkeit, bevor es dann auch wirklich in die Nacht ging, die gefühlt schon kurz nach dem Start des Rennens Einzug gehalten hatte. Die „Grüne Hölle“, darüber sind sich auch in diesem Jahr alle einig, wird wieder ihr ganz eigenes, extremes Drehbuch schreiben, bevor am Sonntag um 15.30 Uhr das Siegerfahrzeug abgewunken werden wird.

Erstmeldung: Vier Monate nach dem eigentlich vorgesehenen Termin Ende Mai gingen noch knapp 100 Fahrzeuge an den Start. Wegen der weltweiten Corona-Pandemie hatten etliche Teams ihren Start abgesagt. Viele regelmäßige Teilnehmer am „größten Rennen der Welt“, wie der Langstreckenklassiker in der Eifel vor normalerweise bis zu 200.000 Feierwütigen Fans rund um die Nordschleife genannt wird, hatten in diesem Jahr zu Hause bleiben müssen. Die weltweiten Reisebeschränkungen hatten ihre Anreise in die „Grüne Hölle“ unmöglich gemacht.

Dennoch konnte das Rennen, in dem sich auch in diesem Jahr wieder Top-Profis der Rennsport-Szene mit Werksfahrern von Porsche, Audi und BMW mit ihren 600 PS starken Rennwagen gemeinsam mit talentierten Amateuren messen, vor Zuschauern, begonnen werden.

Auf den Tribünen der Grandprix-Strecke durfte eine bestimmte Anzahl von Motorsportfreunden nach der Freigabe durch die lokalen Gesundheitsbehörden Platz nehmen. Sie schickten die Armada der Rennboliden, die zweimal rund um die Uhr unterwegs sein werden, trotz der widrigen äußeren Bedingungen mit großer Begeisterung und lautstarker Unterstützung auf die Strecke.

Auf die Fahrer wartet in diesem Jahr eine körperliche und psychische Belastung sondersgleichen: Corona sorgt nicht nur für das kleinste Starterfeld der vergangenen Jahre, das dafür aber geradezu strotzt vor Top-Piloten und -Teams. Die von der Pandemie erzwungene Terminverschiebung von Mai auf September bedeutet auch eine lange Rennphase in der Dunkelheit: Gut zwölf Stunden – die Hälfte der Renndistanz – wird es durch die Dunkelheit gehen, die nicht einmal durch die traditionellen Lagerfeuer der Fans erleuchtet wird. Denn Zuschauer sind nur auf den nummerierten Tribünenplätzen der Grand-Prix-Strecke zugelassen.

Unter den besten GT- und Tourenwagen-Piloten der Welt sind auch die meisten Top-Fahrer aus der Region am Start. Sie alle eint vor allem der Wunsch, am Sonntag um 15.30 Uhr, wenn das Rennen abgewunken wird, gesund und mit heilem Auto wieder in ihre Box zurück zu kommen.