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Büffeln auf dem Autorücksitz

Büffeln auf dem Autorücksitz

Der TC Wildbad Traben-Trarbach (TCW) ist zu Recht stolz auf die Erfolge seiner Jugendlichen. Mit Muriel Hertert und Yannick Floer führen TCW-Spieler die rheinland-pfälzische Rangliste der Elfjährigen an.

Traben-Trarbach. Beinahe tägliches Training, das ist für Muriel Hertert (11 Jahre alt), Yannick Floer (11) und Moritz Morgenroth (14) normal. Bereits seit der Kindergartenzeit spielen sie Tennis. Die Jagd nach dem gelben Filzball bestimmt ihr Leben. Training, das bedeutet für erfolgreiche Tennisspieler mehrmals pro Woche weite Fahrten zu den Kadertrainern nach Kenn und Koblenz. "Das ist eine große Belastung auch für die Eltern", sagt Dirk Floer.
Er weiß das nicht nur durch seine Erfahrung als TCW-Tennistrainer, sondern auch als Vater von Yannick. Dass Vokabeln im Auto abgefragt werden und Hausaufgaben schon mal im Zug gemacht werden, ist eine logische Folge. Die Zeit muss effektiv genutzt werden. Zu viel scheint die Belastung Muriel, Yannick und Moritz aber nicht zu werden. "Ich weiß, ich kann da Tennis spielen", sagt die elfjährige Muriel. Dafür ist ihr kein Weg zu weit. Die Leidenschaft für den Sport ist neben dem Talent eine Voraussetzung für den Erfolg. Muriel und Yannick sind die besten elfjährigen Tennisspieler in Rheinland-Pfalz. Muriel steht sogar an dritter Stelle der Rangliste. Yannick an Nummer zwölf. Der drei Jahre ältere Moritz ist Vierter im Land und 96. in Deutschland. Alle sind sie bereits Rheinlandmeister geworden. Aber was zieht die jungen Tennisspieler in den Traben-Trarbacher Verein? Bei Yannick aus der Doppelstadt ist das keine Frage. Aber Muriel lebt zurzeit noch in Luxemburg und zieht demnächst nach Schweich. Hätte es da nicht näher liegende Möglichkeiten gegeben? "Ich hatte ein paarmal Einzeltraining hier, und das war super. Dirk erklärt viel, und man versteht auch viel", sagt sie. "Dirk hat viel Erfahrung und gibt gute Tipps", pflichtet Moritz ihr bei. Der 14-Jährige aus Wittlich-Wengerohr kam wegen der guten Mannschaften zum TCW. "2012 werden alle unsere Teams in der Rheinlandliga spielen. Das gab es hier noch nie", sagt Dirk Floer.
Trainingskonzept begeistert


Ein Geheimnis des Erfolgs ist neben der Begeisterung und Disziplin der jungen Spieler Dirk Floers Trainingskonzept. Tennistraining ist für ihn mehr, als den gelben Ball möglichst oft über das Netz ins gegnerische Feld zu dreschen. Im Winter steht an 16 Samstagen ein zweieinhalbstündiges Athletiktraining auf dem Programm. Von Übungen für die Bauchmuskulatur über Liegestütz bis hin zu Seilspringen ist alles dabei. Außerdem bekommen Dirk Floers Schützlinge einen Übungsplan für zu Hause.
Das Wintertraining bringt nicht nur Kondition. "Der Zusammenhalt ist gewachsen", sagt der Vereinsvorsitzende Matthias Heuser. Der Beweis: Als im Frühjahr die Tennisplätze instand gesetzt werden mussten, standen 25 Kinder und Jugendliche auf der Matte, um zu helfen. teu