1. Blaulicht

Bronze-Skulptur von Bernd Hettinger aus Europäischer Kunstakademie Trier gestohlen

Polizei : Nächtlicher Kunstklau mit schwerem Gerät

Unbekannte stehlen 200-Kilo-Bronzeskulptur vom Gelände der Europäischen Kunstakademie Trier.

Mehr als zwei Jahrzehnte lang zierte die Bronzeskulptur von Bernd Hettinger das Gelände der Europäischen Kunstakademie (EKA) Trier. Jetzt ist sie weg. Unbekannte haben sie gestohlen.

Ein ziemlich dreistes Gaunerstück, bei dem offenbar Profis   zugange waren. Denn Hettingers titelloses Werk bringt 200 Kilo auf die Waage. Laut Polizei-Pressemitteilung vom gestrigen Freitag müssen die Diebe „mindestens mit einem Kleintransporter“ auf dem EKA-Areal in der Aachener Straße vorgefahren sein. Zugetragen haben dürfte sich das Ganze in der Nacht zum vergangenen Samstag (18. Juli).  Bemerkt wurde der Verlust morgens  um 9 Uhr.

EKA-Leiter Simon Santschi (43) zeigt sich „geschockt von diesem unglaublichen Vorfall“. Denn er fürchtet, die Skulptur ist bereits vernichtet – eingeschmolzen. „Hier ging es doch nicht um die Kunst und ihren ideellen Wert, sondern wohl nur um das Material“. Dessen Wert lag in den vergangenen Tagen bei knapp unter 800 Euro je 100 Kilo Bronze.

Bernd Hettinger (64), ehemaliger EKA-Dozent und Mitbegründer der Metallbildhauerwerkstatt, hat die Kombination aus aus zwei großen Platten plus Rundstab und einem kleinen Rechteck 1993 geschaffen. Kritiker lobten damals die deutlich vor Augen geführten drei Dimensionen der Skulptur. Hettinger, der eine Kunstgießerei in Mainz-Kastel betreibt, war am Freitag nicht zu erreichen.

Die Polizeiinspektion Trier (Telefon 0651/9779-3200) hofft auf Zeugen, die Angaben machen können zum nächtlichen Geschehen auf dem frei zugänglichen Akademie-Gelände, das früher den Trierer Schlachthof beherbergte,

Der EKA-Kunstklau weckt Erinnerungen an das bis heute unklärte Verschwinden des um 1994 demontierten Europa-Brunnens vom einstigen Vorplatz der Trierer Europahalle. Die vorwiegend aus gewalzten Stahlblechen bestehenden Einzelbestandteile des fast sieben Meter hohen „Wasserspielautomaten“ von Dieter J. J. Sommer (1938-2020) und Franz Veit (76) wurden auf einem eingezäunten städtischen Areal an der Zurmaiener Straße „zwischengelagert“. Als der Brunnen an anderer Stelle neu errichtet werden sollte, war nichts mehr von ihm zu finden ...