1. Meinung

Glaube im Alltag

Glaube im Alltag

Ob ich heute Abend in die Osternachtfeier gehe oder morgen in aller Frühe: Das kann ich mir aussuchen - jedenfalls in Trier selbst gibt es fast alle Möglichkeiten. Das zentrale Fest der Christenheit in die Nacht hinein feiern: geht.

Das Licht vom Feuer und von der Osterkerze begleitet diesen Weg als Zeichen gegen die Dunkelheit. Oder ganz früh aufstehen und vor Tagesanbruch das Osterfeuer segnen, die Kerze daran anzünden und in die dunkle Kirche hineintragen und dann allmählich den Ostermorgen heraufziehen sehen: Sollten Sie vielleicht mal probieren. Ein paar werden die Osternacht gleich ganz durchwachen und durchbeten - ist ja nur einmal im Jahr. Für andere wieder ist Ostern nur ein normales Wochenende ... Wie gesagt: große Auswahl, viele Gestaltungsmöglichkeiten. Aber dass Ostern ist, und dass Jesus Christus durch den Tod hindurchgegangen ist und lebt: Das ist mehr als ein paar zusätzliche Feiertage wie Karfreitag und Ostermontag. Es ist Hoffnung für alle, die jemals leben und sterben. Ostern selbst lässt keine Wahl. So wie Leben und Tod jedem Menschen aufgegeben und zugemutet sind, so betrifft Ostern einfach jede und jeden. Da haben sie einen schrecklich zugerichtet, Menschen haben ihn zum Opfer gemacht haben, wie es auch heute immer wieder passiert. Der lebt und geht vor uns her ins Leben. Schon die Jesus-Freunde hielten es für "Weibergeschwätz", als die Frauen ihnen die Nachricht von der Auferstehung brachten. Auch für die vielen, denen das egal ist, die es heute noch für Quatsch halten - auch für sie ist Jesus Christus am Leben; auch für sie besteht Hoffnung über den Tod hinaus. Ob Sie heute und morgen ohne das alles auskommen oder ob Sie\'s feiern: Frohe Ostern! Altfried G. Rempe, Pastoralreferent in Trier