1. Meinung

Die neue Vize-Parteichefin Malu Dreyer ist bereit für höhere politische Weihen

SPD-Parteitag : Wird Malu die neue Merkel?

Wer aus einer schier aussichtslosen Position heraus eine verloren geglaubte Landtagswahl gewinnt, wie dies Malu Dreyer gelungen ist, der traut man alles zu.

Selbst eine Herkulesaufgabe wie die Reanimation der darbenden SPD. Die Triererin hat auf dem Bundesparteitag das mit Abstand beste Ergebnis aller Schulz-Stellvertreter eingefahren. Das verpflichtet. Gerät der Vordermann ins Straucheln oder fällt er, ist jetzt Malu Dreyer die geborene Nachfolgerin, auch wenn sie dies artig dementieren wird. Und: Bei den nächsten Bundestagswahlen, ob vorgezogen oder regulär, ist Dreyer jetzt die erste Wahl der Sozialdemokraten. Die 56-Jährige bräuchte gute Argumente, um den Genossen bei der Suche nach einer Kanzlerkandidatin den Laufpass zu geben. Sie wird das nicht tun. Mit ihrer Kandidatur als Vizeparteichefin hat Malu Dreyer die Bereitschaft, gegen Merkel oder wen auch immer anzutreten, bereits signalisiert.

r.seydewitz@volksfreund.de