Fataler Irrtum

Ernährung

Zum Artikel "Wenn Ernährung zur Mode wird" (TV vom 16. Juni):
Fakt ist, dass immer mehr Menschen dazu neigen - ernährungsbedingt - unterschiedlichste körperliche Symptome (Missempfindungen) zu entwickeln, in ebenso unterschiedlichsten Ausprägungen. Jedoch einem Teil dieser Betroffenen unterstellen zu wollen, dass sie an einer Mischung aus Profilierung und Selbstdarstellung leiden, offenbart wohl vielmehr die Hilflosigkeit gegenüber einer Fehlentwicklung.
Hier sind die Betroffenen gefordert, sich vor Augen zu führen, dass der Handel mit Nahrungsmitteln einem fortwährenden Wettbewerb unterliegt. Ungezählte Zusatzstoffe mit den unterschiedlichsten Funktionen ermöglichen eine ebenso unendliche Produktvielfalt. Genauso wie die fortwährende Weiterentwicklung eben dieser Zusatzstoffe eine längst gigantische Branche am Laufen hält (halten muss?!).
Da wird in Laboren selbst an Grundnahrungsmitteln herumgetüftelt. Mit dem Ziel, deren Beschaffenheit wie auch Verarbeitungsfähigkeit zu optimieren. Allein für Mehle, die von Industrie und Gewerbe verarbeitet werden, stehen heutzutage mehr als 500 Substanzen zur Verfügung - allein zur Mehlverbesserung! Wenn einem da mit der Zeit nicht "übel" wird! Quer durch alle Medien wurden in nur wenigen Jahrzehnten die einfachen, bescheidenen Gerichte unserer Großmütter nicht nur zum Langweiler degradiert, sondern sogar regelrecht verschrien als dick- und krankmachend.
Ein fataler Irrtum! Denn der hat viel eher dazu beigetragen, dass selbst Kinder immer öfter zu Symptomen einer Stoffwechselüberlastung neigen. Die Organe eines natürlichen Organismus funktionieren nämlich mit traditioneller, einfacher Ernährung noch immer am allerbesten.
Wer den in der Humanmedizin wenig gebräuchlichen Begriff Stoffwechselüberlastung googelt (im Gegensatz zum vagen Begriff der Stoffwechselstörung), der findet sehr Aufschlussreiches.
Ulrike Wagner
Trier

Zum Artikel "Dinkel enthält mehr Vitamine als Weizen" (TV vom 17./18. Juni):
Der Dinkel ist durch den österreichischen Arzt Dr. Hertzka in Bezug auf die Hildegard-Heilkunde wiederentdeckt worden, nachdem er in den 30er und 40er Jahren wegen des geringen Ertrages in Deutschland verboten worden war. Heute ist der Dinkel zu einem Modegetreide aufgestiegen. Leider beschreibt der Bericht etwas, das es schon lange nicht mehr gibt: Dinkel ist eine Getreideart, keine Getreidesorte; es ist nicht mehr das gesunde Getreide Dinkel, wie dem Verbraucher vorgegaukelt wird. Seit mehr als 20 Jahren ist bekannt, dass es von Dinkel circa zwölf Sorten gibt, von denen aber nur vier rein sind. Die übrigen sind in unterschiedlichen Anteilen mit Weizen gekreuzt, um den Ertrag zu erhöhen. Konnten Weizenallergiker dieses Getreide früher ohne Bedenken zu sich nehmen, ist dies heute nur sehr eingeschränkt möglich. Ich habe noch auf keiner gekauften Packung Dinkel die Sortenangabe gefunden.
Hans-Dieter Georg
Enkirch