Mein schöner Garten: Erste Putzaktionen im Garten

Kolumne Mein schöner Garten : Erste Putzaktionen im Garten

Alle Menschen warten sehnlichst auf den Frühling. Im Garten können nun erste Arbeiten getan werden, um den Pflanzen den Weg zu bereiten.

Soll ich meine Schuhe putzen oder lieber die Strauch­pfingstrosen? In China, wo die Kaiserlichen Blumen herkommen, heißt es, man müsse Baumpäonien putzen wie die eigenen Schuhe. Der Pfingstrosenzüchter Volker Emrich macht das konsequent Ende Januar. Das habe ich mir gemerkt: Bei seinen Strauchpfingstrosen bricht er alles Dürre aus. Die Aktion „Herausgeputzt“ bietet sich auch bei anderen Laubgehölzen an. Alles tote Astwerk lässt sich im Winter gut entfernen. In belaubtem Zustand wird es schwieriger. Allerdings erkennt man in der winterlichen Silhouette nicht immer auf Anhieb, was noch lebt und was bereits das Zeitliche gesegnet hat. Dann hilft die Nagelprobe: Kratzt man vorsichtig an der Rinde des Zweiges, zeigt sich, ob das Gewebe saftig ist.

Die Entscheidung, die Sträucher zu putzen, ist erst der Anfang. Mit dreckigen Stiefeln stapfe ich zu den Beeten. Überreste einer Mulchdecke harkt man jetzt besser ab und recht die Erde anschließend glatt. So beugt man einer Schneckenplage vor. Nacktschnecken, die sich unter der mollig warmen Schicht versteckt halten, kommen zum Vorschein. Und auch Mäusen lässt sich so die Deckung entziehen. Um Obstbäume wird die Mulchauflage entfernt. Zu Beginn der Saison hat das zudem den Vorteil, dass sich die Erde schneller erwärmt. Im Ziergarten räume ich alte Samenstände ab, wo sie den Anblick von Frühlingszwiebelblumen wie Winterlingen, Krokus und Schneeglöckchen stören. Viele Frühlingsgarten-Profis schneiden um diese Zeit das alte Laub der Lenzrosen ab, um deren Blüten schöner präsentieren zu können. Will man den Boden um die ersten Blüher polieren, streut man feinkrümelige schwarze Humuserde. Die hole ich auf ­matschigen Wegen vom hauseigenen Kompost. Sieht aus, als müsste ich doch noch Schuhe putzen.

Kathrin Hofmeister

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