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Sofort verbieten

Bravo, Günther Beckstein! Endlich mal ein Vorschlag des bayerischen Innenministers, dem jeder vernünftig denkende Mensch nur zustimmen kann. Ein rigoroses Verbot von Killerspielen und Horrorvideos ist die einzig richtige Antwort auf zunehmende Jugendgewalt, Haltlosigkeit und rapiden Werteverfall.

Bei aller Liebe zu persönlicher Freiheit und freier Entfaltung der Persönlichkeit: Niemand kann von einer demokratisch organisierten Gesellschaft ernsthaft verlangen, dass sie dem immer brutaleren und perverseren Treiben von Spiel- und Filmherstellern tatenlos zuschaut. Keiner behauptet, dass es allein brutale Videospiele waren, die zum Beispiel den völlig durchgeknallten 18-Jährigen dazu verleitet haben, in seiner ehemaligen Schule in Emsdetten um sich zu schießen und dutzende von Menschen zu verletzen. Aber Fakt ist auch, dass alle ernst zu nehmenden und vor allem unvoreingenommenen Fachleute sich darin einig sind, dass Killerspiele und Gewaltvideos negative Tendenzen verstärken, schwache Charaktere in die falsche Richtung lenken und möglicherweise eine Gewalt-Spirale endgültig in Gang setzen. Natürlich wird niemand im Internet-Zeitalter hundertprozentig sicherstellen können, dass Jugendliche sich verbotene Spiele oder Videos besorgen. Aber soll der Staat deshalb auf aktive Gegenmaßnahmen verzichten? Im Gegenteil, es ist höchste Zeit, dass der Gesetzgeber ein deutliches Haltesignal setzt und die Produktion, den Handel und den Besitz von Killerspielen und Gewaltvideos endlich unter Strafe stellt. Die deutsche Ratspräsidentschaft in der Europäischen Union ab Januar bietet zudem eine hervorragende Möglichkeit, das Thema europaweit auf die politische Tagesordnung zu setzen, die Nachbarn davon zu überzeugen, dass diesen Schund nun wirklich niemand braucht. Das Thema ist viel zu wichtig, als es allein den Spiele- und Filmherstellern zu überlassen. d.schwickerath@volksfreund.de