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Bitburger Beda-Markt - Eine Messe, viele Macher, eine Meinung

Wirtschaft : Bitburger Beda-Markt - Eine Messe, viele Macher, eine Meinung (Fotos)

Nein, das miese Wetter hat den Ausstellern nicht den Beda-Markt verhagelt. Zwar waren mit rund 40 000 Besucher weniger Gäste über die drei Messetage in Bitburg als sonst, aber die Zelte waren voll. Und das zählt.

Es lohnt sich. Wer auf dem Beda-Markt seinen Stand aufbaut, hat auch was davon. Selbst, wenn das Wetter wie in diesem Jahr nicht so viele vor die Tür lockt: Der Beda-Markt hat einen „Nachbrenn-Effekt“. Auf der Messe werden Kontakte geknüpft, von denen die Firmen im Nachgang profitieren.

Zwar war die Fußgängerzone zum verkaufsoffenen Sonntag deutlich leerer als sonst, aber die Geschäftsleute sind dennoch zufrieden. „Bei uns lief es sehr gut“, sagt Peter Hein von der Kunstecke. Der zweite Vorsitzende des Gewerbevereins hat auch mit Händlerkollegen gesprochen. Ergebnis: Den großen Ansturm gab es zwar nicht, aber einen stetigen Besuch. Das gilt auch für die Ausstellungen, weshalb die meisten Standbetreiber bereits jetzt angekündigt haben, auch 2020 wieder mit dabei sein zu wollen. Ein Blick in die einzelnen Bereiche:

Frauenmesse: Es war als Experiment angekündigt und aus Sicht der Organisatoren geglückt. Die erste Frauenmesse in der Stadthalle hat die Erwartungen von Evelin Maus übertroffen. „Wir hatten noch nie so viele Besucher wie in diesem Jahr“, sagt die Geschäftsführerin des Wochenspiegels, die bisher für die Gesundheitsmesse verantwortlich war.

Bei den 27 Ausstellern – von Heilpraktikern über Friseure bis zum Schuhhaus – wird es wohl nicht bleiben. „Etliche Betriebe haben uns gesagt, dass sie sich das bei der Premiere mal angucken und dann entscheiden, ob das auch was für sie ist“, sagt Maus. Und offenbar gibt es weitere Interessenten für kommendes Jahr. Das heißt auch: Die erste Frauenmesse wird nicht die letzte gewesen sein.

Was sie verbessern will: „In dem Café wollen wir nächstes Jahr neben Kaffee und Kuchen auch was Herzhaftes anbieten“, sagt Maus. Und: Auch mit Ideen wie einer „After-Messe-Party“ oder Modeschauen am Abend will sie zusätzliche Anziehungspunkte schaffen.

Automobilausstellung: Im Zirkuszelt haben die Verantwortlichen an der Ausstattung gefeilt. Es war deutlich heller und wärmer als im Vorjahr – und das kam auch bei den Besuchern an. Die haben sich im Gastrobereich in der Manege gern aufgehalten. Zumal dort mit den Artistik-Show auch alle Stunde für Unterhaltung gesorgt war.

Was Organistor Edgar Bujara besonders freut: „Wir haben es geschafft, auch ein jüngeres Publikum anzusprechen.“ Ein Gewinn, den er auch darauf zurückführt, dass das Streetfood-Festival grundsätzlich verstärkt jüngere Leute auf den Platz zieht und die Ausstellung im Zirkuszelt samt Artistik-Shows frischer und jünger wirke. „Das Rahmenprogramm würde ich sogar noch eher ausbauen“, sagt Bujara. Aber er wird 2020 nicht mehr das Ruder in der Hand halten. „Ich habe an die nachfolgende Generation übergeben“, sagt er und kündigt an: „Die haben ihre eigenen Ideen, da mache ich mir keine Sorgen.“

Handwerkerausstellung: „Volles Haus an allen Tagen“, meldet Rudolf Rinnen von der Volksbank Eifel. Für die Aussteller sei es am Ende nicht entscheidend, ob sich 100 Besucher mehr pro Stunde durchs Zelt schieben, sondern ob die, die kommen, ein ernsthaftes Interesse haben. „Hier werden Aufträge geschrieben und Termine vereinbart“, sagt Rinnen. Und auch zwischen den Betrieben entstehen Kontakte. Auch das gehört zum Beda-Markt.

Genauso wie die Partys am Freitag- und Samstagabend: „Da ist die Bude immer rappelvoll, das Publikum schön bunt gemischt, die Stimmung ausgelassen und die neue Einrichtung kam super an.“ Was Rinnen für kommendes Jahr im Blick hat, sind weitere Verbesserungen im Gastro-Zelt und die Kinderbetreuung soll ausgebaut werden. „Wir hatten insgesamt 150 Kinder in Betreuung, dafür ist der Bereich inzwischen zu klein.“ Für ihn sind es „die vielen kleinen Schritte“, die den Beda-Markt auf Kurs halten.

Landwirtschaftsschau: „Unmengen von Menschen“ haben sich die Landwirtschaftsschau bei der Rinder-Union West (RUW) in Fließem angesehen, sagt RUW-Chef Gerd Grebener. Unter den Besuchern war nicht nur Fachpublikum, sondern auch viele interessierte Laien. „Da haben dann am Spätnachmittag Kinder völlig begeistert zugeguckt, wenn die Kühe gemolken wurden.“ Ein Problem ist für Grebener die Parkplatz-Situation. „Wir haben einfach nicht genug Parkplätze.“ Und die Leute würde eben – allen Empfehlungen zum Trotz – nicht in dem Maße den Busshuttle nutzen, wie er sich das erhofft hat. „Das wird die große Herausforderung: Das Ganze logistisch vernünftig auf die Beine zu bekommen.“

Streetfood-Festival: Dank des Zeltes und des Pavillons konnten die Besucher trockenen Fußes ihre Burger essen. Die knapp 20 Aussteller wollen alle wieder kommen, sagt Organisator Markus Angel. Er überlegt, abhängig von der Witterung, noch ein zweites Zelt aufzustellen. Was für den Erfolg des Festivals spricht: Am Sonntag seien einige Stände gegen 17 Uhr ausverkauft gewesen. „Die hatten also mehr Betrieb als erwartet und werden kommendes Jahr entsprechend anders kalkulieren.“ Was er verbessern möchte: Es soll Sitzplätze geben und: „Der Müll und die ganzen Schachteln müssen schneller beseitigt werden.“

Schleppertreffen: Der Umzug von der alten Auktionshalle am Südring in die Innenstadt zur Südschule ist für Organisator Winfried Pütz auf jeden Fall ein Gewinn: „Wir hatten viel mehr Laufkundschaft.“ 45 Oldtimer-Traktoren gab es beim Schleppertreffen zu sehen: „Den Teilnehmern hat es trotz des miserablen Wetters sehr gut gefallen.“ Dank der Kooperation mit der Südschule konnten diese sich zwischendurch auch mal aufwärmen oder die anderen Ausstellungsbereiche besuchen. Für 2020 könnte sich Pütz eine Rundfahrt der alten Traktoren zum Abschluss vorstellen: „Da müssen wir gucken, ob das trotz der Straßensperrungen irgendwie geht.“

 Beda-Markt Bitburg Abbau
Beda-Markt Bitburg Abbau Foto: TV/Dagmar Dettmer
 Ob Rummel (oben), Handwerkerzelt (Mitte) oder Autozelt (unten): Heute ist davon in Bitburg schon nichts mehr zu sehen.
Ob Rummel (oben), Handwerkerzelt (Mitte) oder Autozelt (unten): Heute ist davon in Bitburg schon nichts mehr zu sehen. Foto: TV/Dagmar Dettmer

Rummel: „Die Schausteller“, sagt Elfriede Grewe von der städtischen Betriebs- und Verwaltungsgesellschaft, „haben alle mit noch viel schlimmerem Wetter gerechnet.“ Insofern seien sie nicht enttäuscht. „Wir kommen alle hier aus der Region“, sagt Horst Sonnier. Im Wetter stecke man halt nicht drin. Was Grewe 2020 verändern will: „Der Spittel soll stärker miteinbezogen werden.“ Mit was, ist noch offen: „Aber da kommt was. Wir arbeiten dran.“