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Hoffnung für die Jugendherberge Bollendorf

Land setzt Rettungspaket für Träger auf : Hoffnungsschimmer für Jugendherberge Bollendorf

Die rheinland-pfälzische Regierung will die Jugendherbergen im Land mit neun Millionen Euro unterstützen. Und somit möglichst auch die Herberge in Bollendorf retten, die die Träger vor dem Aus sehen. Kann das gelingen?

Die Türen der Jugendbergen im Land sind geschlossen. Und derzeit deutet einiges darauf hin, dass sie sich in Bollendorf so bald wohl auch nicht mehr öffnen werden. Denn das Jugendherbergsnetzwerk Rheinland-Pfalz/Saarland hat Anfang April angekündigt, die Einrichtung zu schließen (der TV berichtete).

„Das wäre ein herber Verlust für die Südeifel“, sagt Ortsbürgermeisterin Silvia Hauer. Doch der Träger hat durchaus Gründe für den Schritt. Weil Klassenfahrten wegen der Corona-Pandemie ausfallen müssen, haben sich beim Netzwerk Verluste im zweistelligen Millionenbereich angehäuft. Kurz: Es geht um die Existenz.

Düstere Aussichten also. Aber es gibt, wie der Oberweilerer Landtagsabgeordnete Nico Steinbach (SPD) mitteilt, einen Silberstreif am Horizont. Die Ampelregierung hat den Jugendherbergen ein Rettungspaket geschnürt. Insgesamt neun Millionen Euro stellt das Land  in der Notlage zur Verfügung. „Direkthilfe“, sagt Steinbach, „kein Kredit.“

Ab Mittwoch können Träger wie das Jugendherbergsnetzwerk das Geld bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion beantragen. Die Zahlungen sollen helfen, die Betriebe „als Gesamtes zu retten“, sagt der Eifeler Politiker. Und auch der Herberge in Prüm sowie der Jugendburg Neuerburg zugutekommen. Steinbach wünscht sich darüber hinaus aber, dass man beim Netzwerknoch einmal über die Zukunft der Unterkunft in Bollendorf nachdenkt. Dafür hatte sich der Sozialdemokrat explizit bei Geschäftsführer Jacob Geditz eingesetzt. Und den Chef in einem Brief aufgefordert, „erstmal keine Fakten zu schaffen“, indem man etwa schon das Gebäude verkauft: „Dann wäre eine Rettung ja nicht mehr möglich.“

Wie die Aussichten für Bollendorf nun stehen, sei allerdings unklar. Der Abgeordnete spricht von einem „anspruchsvollen Prozess“ und rechnet frühestens in einigen Monaten mit einer Entscheidung. Was der Oberweilerer sich vorstellen könnte, wäre eine Kooperation von Kommune, Verbandsgemeinde, Eifelkreis, Land und Träger zum Erhalt des Betriebs.

Auch Ortsbürgermeisterin Silvia Hauer ist „vorsichtig optimistisch“, dass das gelingen könnte, schränkt allerdings ein: „Die finanziellen Verhältnisse unserer Gemeinde sind bescheiden.“ Sie hofft aber auf Förderung aus Bitburg und Berlin.

„Wenn der Landkreis uns hilft und auch der Bund ein Programm aufsetzt, kommen vielleicht auch ein paar Euro in Bollendorf an“, hofft Hauer. Dass die neun Millionen vom Land reichen werden, glaubt sie indes nicht: „Das bringt uns einen großen Schritt nach vorne, aber es wird wohl noch etwas mehr Unterstützung von anderer Seite notwendig sein.“

Schließlich steht ja nicht nur das Haus in Bollendorf auf der Kippe, sondern noch fünf weitere im Land, darunter: Traben-Trarbach an der Mosel: „Die würden sich sicherlich wundern, wenn das ganze Geld zu uns fließen würde.“

Zudem gibt es alleine in der Einrichtung an der Sauer einen Sanierungsstau von 400 000 Euro. „Die Herberge ist insgesamt in keinem schlechten Zustand“, sagt Hauer zwar: „Aber die Aufwendungen für den Brandschutz werden teuer.“

Vom Jugendherbergsnetzwerk war am Wochenende zunächst kein Statement zur Zukunft der Einrichtung zu bekommen.