Jünkerath kauft das Bahngelände

Jünkerath kauft das Bahngelände

Zum Jahreswechsel hat die Gemeinde Jünkerath die ehemaligen Bahnflächen erworben. In den nächsten zehn Jahren sollen insgesamt acht Millionen Euro in Bahnsteige, eine neue Unterführung und das Bahnhofsgebäude investiert werden. Die Kosten übernimmt das Land zu 80 Prozent.

Jünkerath. Nach und nach kommt die Umgestaltung des Bahnhofs in Jünkerath voran, jetzt ist ein weiterer Eckpunkt gesetzt worden, nachdem die Arbeiten in den letzten Monaten vor allem im Hintergrund abliefen. Für rund 260 000 Euro hat die Gemeinde Jünkerath jetzt die von der Bahn nicht mehr benötigten Gebäude und das rund 65 000 Quadratmeter große Gelände gekauft. Das Land fördert den Kauf, indem es in den nächsten fünf Jahren die Finanzierungskosten für den notwendigen Kredit übernimmt.

"Auf diesen Tag haben wir lange hingearbeitet", sagt Ortsbürgermeister Rainer Helfen. "Das ist ein weiterer Meilenstein für Jünkerath und für uns ein markanter Jahresabschluss, mit dem wir auch dem Land zeigen können, dass wir aktiv waren."

Von allen Gemeinden, die an dem landesweiten Pilotprojekt zur Modernisierung der Bahnanlagen teilnehmen, sei Jünkerath jetzt am weitesten.

Eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung des seit einigen Jahren ausgearbeiteten Masterplans zur Umgestaltung des alten Bahnhofs war im Frühjahr geschaffen worden. Damals unterzeichnete der rheinland-pfälzische Innenminister Karl Peter Bruch den zweiten Kooperationsvertrag zwischen dem Land, der Ortsgemeinde und der Deutschen Bahn AG (der TV berichtete). Seitdem ist man nicht untätig geblieben. Die Ortsgemeinde hat den Vorsitz in der Lenkungsgruppe "Integriertes Gesamtkonzept Bahnanlagen Jünkerath" übernommen und die weiteren Schritte ausgearbeitet, mit den unterschiedlichen Stellen verhandelt und Verträge ausgearbeitet, berichtet Helfen.

"Jetzt hat die Modernisierung der Verkehrsstation die oberste Priorität", sagt Helfen. 2010 sollen die Pläne für die Neugestaltung des eigentlichen Bahnhofs ausgearbeitet werden, so dass 2011 mit den Arbeiten begonnen werden kann und neue Bahnsteige, neue Überdachungen und vor allem eine neue Unterführung entstehen können. "Inwieweit dabei historische Teile erhalten werden können, müssen wir mit den Planern besprechen", sagt Helfen.

Bis 2020 sollen so insgesamt rund acht Millionen Euro in den Bahnhof und das Umfeld fließen. Die Investitionskosten fördert das Land mit mindestens 80 Prozent.

Außerdem sollen im kommenden Jahr ein Bebauungsplan für den erworbenen Bereich aufgestellt und Teile als Gewerbeflächen verkauft werden. "So hoffen wir, einen Teil des Kaufpreises zu refinanzieren", sagt Helfen.

Parallel soll auch die Generalsanierung des denkmalgeschützten Bahnhofsgebäudes im Gemeinderat Jünkerath besprochen werden. "Der Bahnhof in Jünkerath hat es verdient, wieder das Markenzeichen zu werden", sagt Helfen. "Wir wollen, dass auch in Zukunft alle Züge hier halten und nicht vorbeifahren."

Mehr von Volksfreund