Säuft das Schwimmbad ab?

Der Verbandsgemeinderat Südeifel kommt in der Frage des Hallenbads in Irrel nicht voran: Neubau oder Sanierung? Für beides fehlt Geld. Der Rat sucht Wege aus dem Dilemma.

Irrel Die Irreler schwimmen, das Wasser fließt, die Heizung läuft - und der Beton bröselt. Man sieht es dem Hallenbad in Irrel nicht auf den ersten Blick an, doch es ist schwer in die Jahre gekommen. Die technischen Anlagen sind veraltet, die Rohre defekt, der Brandschutz müsste verbessert werden … Die Liste der Mängel ist lang. 320 000 Euro versinken hier jedes Jahr im Wasser.
Nur wenige Kilometer entfernt, im luxemburgischen Städtchen Echternach, steht ebenfalls ein marodes Schwimmbad. Anstatt beide Bäder aufwendig zu sanieren, will man gemeinsam ein neues errichten. Man hat sich auf ein schlichtes Sportbad ohne Rutschen, Bistro und sonstigen Schnickschnack und auf einen Standort in Echternacherbrück geeinigt. Ein Plan, mit dem alle zufrieden sind - wenn da nicht das Geld wäre.
Weil in Echternach mehr Schüler unterrichtet werden, die das Bad nutzen würden, will Luxemburg den größeren Teil der Kosten übernehmen, die auf etwa 14,5 Millionen Euro geschätzt werden. Trotzdem ist die VG Südeifel auf Unterstützung des Landes angewiesen, um ihren Anteil zu zahlen.
Darum hat sie das interkommunale Hallenbad bei der Kreisverwaltung für eine Förderung angemeldet. Doch die Kommunalaufsicht des Eifelkreises Bitburg-Prüm hat bekanntgegeben, dass sie das Projekt nicht in die Prioritätenliste für Sportanlagenförderung aufnehmen will. Das hat nach Auskunft der VG-Verwaltung vor allem zwei Gründe: Erstens gebe "die finanzielle Leistungsfähigkeit der VG Südeifel derzeit die Mittel für ein solches Projekt nicht her". Kurz: Es fehlt Geld. Zweitens sollten in erster Linie Hallenbäder an zentralen Orten, zum Beispiel in der Nähe von Schulen, gefördert werden. Diesen Anspruch erfüllt Echternacherbrück nicht.
Dennoch: "Für uns ist ein Neubau in Echternacherbrück die einzige realistische Chance, in unserer VG ein Hallenbad die nächsten 30 Jahre aufrecht zu erhalten", heißt es in einem Antrag, den die Fraktionen von CDU, SPD, Freie Wähler Südeifel und Liste Lentes in einer Sitzung des VG-Rates Südeifel eingebracht haben. Denn ein Gutachten der Firma Constrata hat ergeben, dass eine Generalsanierung fast 6,5 Millionen Euro kosten würde und damit noch unrealistischer wäre.
Die Fraktionen haben mehrere Vorschläge, wie sich die Kosten für einen Neubau stemmen lassen: Ein kleineres Gebäude und weniger Badefläche würden die Baukosten senken, der Einsatz erneuerbarer Energien die Betriebskosten. Außerdem wären Einsparungen an anderen Stellen im VG-Haushalt möglich.
Darum hat der VG-Rat in seiner Sitzung einstimmig beschlossen, mit der Kreisverwaltung darüber zu sprechen, welche Möglichkeiten es gibt, damit die Südeifel auch weiterhin nicht auf ein eigenes Hallenbad verzichten muss. Und zwar schnell. "Wir drängen darauf, dass der Kreis dieses Thema möglichst bald angeht", versichert Bürgermeister Moritz Petry. Schon nächste Woche wollen VG-Verwaltung und Kreisverwaltung sich beraten. Bis spätestens Mai 2018 sollen die Verhandlungen abgeschlossen sein.Extra: WEITERE THEMEN


Neben dem Irreler Schwimmbad hat der VG-Rat in seiner Sitzung folgendes besprochen: Aufregerthema waren, wie immer, die geplanten Windkraftwerke bei Irrel und Neuerburg. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord hat dem Rat ihre Planänderungen noch nicht endgültig mitgeteilt. Der Rat hat dem vorläufigen Ergebnis des Zielabweichungsbescheids unter Vorbehalt zugestimmt. Sollte im fertigen Bescheid irgendetwas anderes stehen, will Bürgermeister Petry sofort eine neue Sitzung einberufen. Außerdem wurden unter anderem beschlossen: die Einrichtung eines Betreuungsangebots an der Grundschule Karlshausen, Putzsanierung und Malerarbeiten an der Grundschule Mettendorf sowie die Beschaffung einer Schlauchwaschanlage und neuer Atemschutzgeräte für die Feuerwehr.