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Abgetrennte Finger und ironischer Blick auf die Lokalpolitik

 Autor Hannes Wildecker und Gastleserin Margit Gellner während der Lesung aus Wildeckers neuem Krimi „Mordsreform“. Foto: privat
Autor Hannes Wildecker und Gastleserin Margit Gellner während der Lesung aus Wildeckers neuem Krimi „Mordsreform“. Foto: privat
Kell am See. 35 Zuhörer, darunter Vertreter der kommunalen und überregionalen Politik, waren gekommen, um sich über das neue Werk des Krimi-Autors Hannes Wildecker zu informieren. Der nämlich stellte in der Alten Mühle in Kell am See seinen 9. Kriminalroman "Mords-Reform" aus der Reihe "Tatort Hunsrück" vor.

Kell am See. Entstanden sei der Krimi vor dem Hintergrund der Gebiets-Reform des Landes Rheinland-Pfalz, sagte Autor Hannes Wildecker alias Hans Muth bei der Präsentation seines 9. Werks "Mords-Reform" in der Alten Mühle Kell am See.
Die verbrecherischen Geschehnisse, die sich im gesamten Land abspielen könnten, betrachtet der Autor mit einem zwinkernden Auge in der fiktiven Verbandsgemeinde Forstenau. "Die angestrebte Reform hat Befürworter, aber auch Gegner. Dabei stehen besonders vermeintliche Nachteile in finanzieller und organisatorischer Hinsicht im Vordergrund. Auch die Gefahr, künftig das fünfte Rad am Wagen zu sein, ruft zahlreiche Gegner auf den Plan", sagt Wildecker. Das mache auch den Reiz des Romans aus. Im vorliegenden Fall will ein Psychopath mit allen Mitteln verhindern, dass es zu dieser Reform kommt. Es beginnt damit, dass im Rathaus, auf dem Schreibtisch des Bürgermeisters Walter Anders, abgetrennte Finger landen, die von Politikern stammen, welche sich für eine Fusion ausgesprochen haben.
Just zur gleichen Zeit sind zwei Beamte des Ministeriums in anderer Angelegenheit im Rathaus vorstellig und werden direkt mit der Sache konfrontiert.
Heiterkeit im Publikum


Wildecker und Gastleserin lasen im Dialog, und immer wieder kam Heiterkeit im Publikum auf. "Einen Regionalkrimi darf man nicht zu ernst nehmen. Humor und Satire sind wesentliche Bestandteile dabei", so der Autor. "Eine gelungene und gut besuchte Veranstaltung", äußerte sich Gerhard Wollscheid aus Reinsfeld. "Mordsaktuell". Und Harald Meiers aus Weiskirchen sagte: "Ich als Saarländer wollte mal wissen, was auf der anderen Seite der Landesgrenze so an kriminellen Dingen geschieht."
Bernhard Kaster (MdB) outete sich als Fan des Schriftstellers. "Auch wenn er manchmal ganz schlimme Sachen schreibt, so ist er dennoch ein Botschafter für diese ganz friedliche Region, inder man gefahrlos Urlaub machen kann." Ed Stevens begleitete die Veranstaltung musikalisch und stellte eigene Kompositionen aus seiner demnächst erscheinenden CD vor. red