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Die Kirche wird zur paradiesischen Klangwelt

Die Kirche wird zur paradiesischen Klangwelt

"Gott und die Welt" heißt das Thema eines Vokal- und Orgelkonzerts, das in der Konzer St.-Nikolaus-Kirche innerhalb des Kultursommers Rheinland-Pfalz stattgefunden hat. Die Sopranistin Antonia Lutz und der preisgekrönte Organist Sebastian Küchler-Blessing waren die Solisten. Die stimmgewaltige Kulisse bietete der Vokalkreis Konz. Die Gesamtleitung hatte Karl Ludwig Kreutz.

Konz. Die St.-Nikolaus-Kirche verwandelte sich am Samstagabend in einen Konzertsaal und ließ die 50 Zuhörer vergessen, dass sie in einer Kirche waren. Brilliant eröffnete der gemischte Chor mit 30 Sängern den Abend mit Quatre motets sur des thèmes grégoriens, opus 10, von Maurice Duruflé.
Mal sanft und harmonisch, dann kraftvoll und dynamisch: Der 25-jährige Sebastian Küchler-Blessing begeisterte sein Publikum mit einer "Symphonie improvisée" mit gregorianischen Themen und verwandelte die Kirche in eine paradiesische Klangwelt. Er nutzte die gesamte Klangvielfalt der neuen im Jahr 2011 installierten Orgel und ließ beim "Intermezzo" die Pfeifen leicht wie Schmetterlingsflügel ertönen.
Blessing, der als Fünfjähriger mit dem Klavierspielen begann, nahm mit zwölf Jahren Orgelunterricht. Im Januar 2012 ist ihm der Mendelssohn-Preis, der älteste deutsche Klassikpreis, verliehen worden. Im Juli hat er den zweiten Preis beim Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerb erhalten.
Nach einer kurzen Pause mit "Orgeltröpfchen" sang der Chor das "Requiem für Soli, Chor und Orgel" unter der Begleitung von Blessing, wobei das Requiem gänzlich auf Themen der gregorianischen Totenmesse basiert. Nach dem "Introit" und "Kyrie" glänzte Leiter Karl Ludwig Kreutz als Bariton bei "Domine Jesu Christe".
Mezzosopranistin Antonia Lutz sang stimmgewaltig "Pie Jesu", und der gesamte Chor beendete das Werk unter sanfter Orgelbegleitung mit einem siebenstimmigen schwebenden Akkord, der in die Ewigkeit zu führen schien - direkt ins Paradies.
Begeisterten Beifall erhielten die 30 Sänger des Vokalkreises mit Dirigent Karl Ludwig Kreutz, Sopranistin Antonia Lutz und Organist Sebastian Küchler-Blessing. Mit der Zugabe eines leichten melodischen französischen Liedes verabschiedeten sich die Musiker nach einem facettenreichen Abend voller Harmonie und Frieden.