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Flüchtlinge kommen früher nach Hermeskeil

Flüchtlinge kommen früher nach Hermeskeil

Die Hochwaldkaserne in Hermeskeil wird als Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (Afa) umgenutzt. Start sollte zum 1. November sein. Nun kommen die ersten Flüchtlinge aber bereits in der kommenden Woche. Um sie unterzubringen, werden seit Freitag Zelte auf dem ehemaligen Kasernengelände aufgestellt.

Hermeskeil. Stadt- und Verbandsgemeinderat Hermeskeil sowie der Kreistag Trier-Saarburg haben zugestimmt, die ehemalige Hochwaldkaserne in Hermeskeil als Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (Afa) umzunutzen. Die ersten Flüchtlinge sollten in dem sanierten Komplex am 1. November einziehen (der TV berichtete). Nun kommen die ersten Asylbewerber aber schon in der kommenden Woche. So will das Land die bisherigen rheinland-pfälzischen Erstaufnahme-Unterkünfte Trier und Ingelheim entlasten. Das Land bestätigte diese TV-Informationen zunächst nicht.
Zelte und Sanitärcontainer



Willi Auler, erster Beigeordnete der Stadt Hermeskeil (CDU), sagte aber am Freitag in Vertretung für Bürgermeister Mathias Queck im Gespräch mit dem TV: "Alle Unterkünfte in Trier sind überbelegt. Deshalb werden derzeit Zelte an der Hochwaldkaserne aufgebaut. Damit werden 375 Plätze für Flüchtlinge geschaffen." In die drei Zelte sollen die Asylbewerber in der kommenden Woche einziehen. Außerdem werden auf dem ehemaligen Exerzierplatz der Ex-Garnison Versorgungszelte und Sanitärcontainer aufgebaut.
Erst Stunden später bestätigte auch das Land, dass mit der Unterbringung von Flüchtlingen in Zelten "die Zeit bis zur Inbetriebnahme der neuen Afa Hermeskeil überbrückt werden" soll. Das steht in einer Mitteilung des Integrationsministeriums.
Dies sei nur als Übergangslösung geplant, sagte Hartmut Heck, erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Hermeskeil und Fraktionsvorsitzender der CDU im VG-Rat, im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Zelte seien geliefert, sagte er. Der Aufbau begann am Freitagvormittag. Heck sagte, Mitte kommender Woche würden die Flüchtlinge einziehen. Auch die Kreisverwaltung Trier-Saarburg bestätigt: "Diese Lösung ist im Vorfeld mit uns abgestimmt worden." Kreispressesprecher Thomas Müller sagte: "Wir haben angesichts der Flüchtlingszahlen Verständnis dafür. Wir werden das Land mit dieser Übergangslösung unterstützen."
Übergangslösung heißt, dass die Kaserne bis Herbst für die Unterbringung von 750 Flüchtlingen umgebaut sein soll. Für den Winter würden sich die Zelte nicht eignen, sagte Müller. Sie werden wieder entfernt, wenn der Umbau der Kaserne abgeschlossen ist. Auch Integrationsstaatssekretärin Margit Gottstein bestätigt das laut der Mitteilung. Stichtag für die Eröffnung der Afa war bisher der 1. November. Astrid Eriksson, Pressesprecherin des Integrationsministeriums in Mainz, sagte aber im Gespräch mit dem TV, dass die Afa Hermeskeil nach Lage der Dinge bereits "im Oktober an den Start gehen" werde. Vom Besitzer des Geländes, der Immobilienfirma Viresca (siehe Extra), war am Freitag keine Auskunft zu erhalten, in welchem Stadium sich die Umbauarbeiten unter anderem zur Verbesserung des Brandschutzes an der Kaserne befinden.Extra

Die Hochwaldkaserne wurde in den frühen 1960er Jahren gebaut und in den 90er Jahren saniert. In der Garnison waren 1400 Bundeswehrsoldaten des Raketenartilleriebataillons stationiert. Geschlossen wurde die Kaserne zum Jahreswechsel 2006/2007. Besitzer des Geländes ist seit April 2011 die Immobilienfirma Viresca GmbH mit Sitz in Treis-Karden (Kreis Cochem-Zell). Das Land ist Mieter der ehemaligen Unterkunftsblocks der Soldaten. In seiner Sitzung am 5. Mai hat der Stadtrat Hermeskeil mit klarer Mehrheit (19 Ja, 1 Nein, 2 Enthaltungen) zugestimmt, dass in der Hochwaldkaserne eine Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (Afa) des Landes Rheinland-Pfalz entstehen soll. Zwischen der Stadt Hermeskeil, der Verbandsgemeinde (VG) Hermeskeil, dem Kreis Trier-Saarburg und dem Land wurde ein Vertrag geschlossen, der unter anderem die Zusage enthält, dass sich das Land für den Erhalt der St.-Josef-Klinik einsetzen und die Hermeskeiler Polizei personell verstärkt werde. Außerdem wird der Kreis Trier-Saarburg in den kommenden fünf Jahren an die Stadt insgesamt 850 000 Euro abführen, die er durch die Einrichtung einer Afa erhält. cofi