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Großeinsatz der Feuerwehr bei Biebelhausener Bäckerei: Ammoniak tritt aus

Großeinsatz der Feuerwehr bei Biebelhausener Bäckerei: Ammoniak tritt aus

Aufruhr im Ayler Ortsteil Biebelhausen: Bei der Großbäckerei Biebelhausener Mühle ist am Donnerstagmorgen Ammoniak in einem Gebäude ausgetreten. Ein mehrstündiger Großeinsatz der Feuerwehr war die Folge. Verletzt wurde niemand.

"Da war schon Aufregung heute Morgen", sagt Michael Wacht, Geschäftsführer der Biebelhausener Mühle am Donnerstagmittag. Doch glücklicherweise sei nichts passiert und niemand verletzt worden.

Die Aufregung setzt gegen 5.30 Uhr ein . Mitarbeiter der Nachtschicht in der Mühle stellen fest, dass stechend riechendes Ammoniak aus einer Leitung austritt. Sie reagieren laut Wacht umgehend und rufen die Feuerwehr. Während die etwa 50 Nachtschichtler eine Zwangspause einlegen müssen, rückt die Feuerwehr mit einem Großaufgebot an. Die Wehren aus Saarburg samt Einsatzleitung eilen zum Tatort, ebenso die Wehren aus Beurig, Ayl und Biebelhausen und die speziell ausgebildeten und ausgerüsteten Gefahrstoffeinheiten der Feuerwehren Freudenburg, Beurig, Wincheringen und Kasel.
Denn: Ammoniak, das häufig als Kühlmittel eingesetzt wird, ist gefährlich.

Ammoniakgas ist giftig und kann beim Einatmen zu schweren inneren Verätzungen führen, wenn es mit der Feuchtigkeit der Schleimhäute reagiert. Auch Augen können bei einem Kontakt mit dem Gas erheblich geschädigt werden. Das Gas hat einen stark stechenden Geruch, was als Warnsignal gilt. Ammoniakvergiftungen sind daher eher selten.

Spezialkräfte dringen mit Schutzanzügen in das Gebäude der Biebelhausener Mühle ein. Ihnen gelingt es bald, das Leck zu schließen. Drei Stunden lang dauert der Einsatz, dann ist der Spuk vorbei. Einziges Problem laut Wacht: Die Produktion sei über mehrere Stunden ausgefallen. Zu einem Lieferengpass führe dies nicht.

Die Polizei bestätigt, dass der Zwischenfall glimpflich verlaufen ist. Während des Ammoniakaustritts hätten sich keine Personen im Gefahrenbereich befunden. Niemand sei verletzt worden. Für die Bevölkerung in der Umgebung habe keine Gefahr bestanden.

Doch wie kam es zu dem Leck? Noch sei das nicht hundertprozentig geklärt, sagt Michael Wacht am Donnerstagmittag, doch gebe es für ihn nur eine Erklärung. Die Kälteanlage der Biebelhausener Mühle werde erweitert, das Unternehmen produziere die Tiefkühlware für Großabnehmer. Am Mittwochabend habe die damit beauftragte Spezialfirma ein Loch in die Ammoniakleitung gebohrt und sei dann in den Feierabend entschwunden. Ein Schieber hätte verhindern sollen, dass Gas austritt, doch dieser sei undicht gewesen. Die Polizei spricht von einem fingergroßen Loch.

Laut Wacht hat die beauftragte Firma die undichte Stelle am Donnerstag zugeschweißt. In der Vergangenheit hat es schon mehrere Zwischenfälle mit Ammoniak bei der Biebelhausener Mühle gegeben, 2011 sind dabei zwei Menschen verletzt worden.