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Kommentar zur langwierigem Verfahren für Windpark Hochwald

Kommentar : Beim Artenschutz muss nachgebessert werden

Im Jahr 2012 hat die Planung für den Windpark Hochwald begonnen, 2020 gab es die ersten Genehmigungen für dort vorgesehene Anlagen. Gebaut werden die Windräder vermutlich 2022. Zehn Jahre sind ein langer Zeitraum für die Realisierung eines solchen Projekts.

Und der Windpark Hochwald ist da in der Region kein Einzelfall. Kein Wunder, dass die Landesregierung in Mainz – die ja bis 2030 den Energiebedarf im Land zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen abdecken will – beim Ausbau von Windenergie wieder mehr Tempo erreichen möchte.
Ob das mit den angekündigten Veränderungen im Koalitionsvertrag gelingt, ist allerdings fraglich. Dass künftig eine Landesbehörde für die Genehmigungsverfahren zuständig sein soll, spricht zumindest dafür, dass es künftig einheitlicher zugeht. Spannend dürfte aber sein, ob eine einzelne Behörde im Vergleich zu mehreren Kreisverwaltungen die Zahl der auflaufenden Anträge schneller bewältigen kann.
An dem langen Verfahren für den Windpark Hochwald hat sich zudem ein Knackpunkt deutlich offenbart: Das Konfliktpotenzial im Zusammenhang mit womöglich gefährdeten Tieren ist hoch, gerade in den durch Artenvielfalt geprägten Landschaften von Hochwald, Saargau und Hunsrück. Die Nachweise und Untersuchungen zum Schutz von Mopsfledermaus, Rotmilan und Schwarzstorch haben beim Windpark Hochwald zu den größten Verzögerungen geführt – auch, weil es hierzu offenbar lange Zeit verbindliche Vorgaben fehlten. Die anhaltende Kritik von Naturschützern an dem Projekt zeigt zudem, dass es Zweifel an der Qualität und Vorgehensweise der von den Windpark-Investoren beauftragten Gutachten gibt. Hier müsste das Land dringend seine Vorgaben auf den Prüfstand stellen, um einheitliche, transparente und nachvollziehbare Kriterien für die Artenschutz-Untersuchungen zu garantieren. Das würde die Verfahren mit Sicherheit beschleunigen.
c.weber@volksfreund.de