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Winzer der Region: "Mehr als Riesling, Schiefer, Steillagen"

Winzer der Region : "Mehr als Riesling, Schiefer, Steillagen"

Der Elbling ist regionales Erkennungsmerkmal für den Weinbau zwischen Metzdorf, Konz und Perl. Er ist aber nur eines der Produkte, auf das die Winzer in der Region künftig setzen wollen. Ihnen schwebt vor, die südliche Wein-Mosel mit ihren Besonderheiten als Terroir zu vermarkten.

Palzem/Langsur-Metzdorf. Die Mitglieder des Vereins Elblingfreunde der südlichen Wein-Mosel diskutieren über die künftige Ausrichtung des Vereins.
Vorstandsmitglied Michael Fürst aus Metzdorf betont, dass man selbstverständlich an der Rebsorte Elbling festhalte: "Es ist mit 2000 Jahren die älteste in Deutschland kultivierte Rebe. Und der Elbling wird fast nur noch an der südlichen Wein-Mosel ausgebaut."
Die Traube sei ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal für den Weinbau zwischen Trier und Perl im Saarland.Wunsch nach Vermarktung


Trotzdem hat man sich im Verein Gedanken gemacht, wie sich die Region besser vermarkten lässt. Denn klar ist auch, dass an der südlichen Wein-Mosel nur wenige Rieslingtrauben zu Wein verarbeitet werden. "Hier wachsen prächtige Burgunderweine", sagt Fürst. Der Muschelkalkboden garantiere hervorragende Weine aus Burgundertrauben. Fürst: "Wir setzen auf die Vielfalt der Region."
Dazu will der Verein die Kooperation mit Terroir Moselle ausbauen. Unter dem Dach dieser Europäischen wirtschaftlichen Interessenvereinigung (EWIV) wird Moselwein aus den vier an der Mosel gelegenen Weinanbaugebieten vermarktet.
Die Anbaugebiete in Frankreich, Luxemburg und Deutschland sind die Appellation d\'Origine Contrôlée (aus dem Französischen, es bedeutet etwa kontrollierte Herkunftsbezeichnung, abgekürzt: AOC) Côtes du Toul, die AOC Moselle (beide in Frankreich), die Luxemburger Mosel und das Anbaugebiet Mosel.
Terroir Moselle unterteilt das deutsche Weinanbaugebiet Mosel nochmal in die vier Regionen Saar und Obermosel, Trier und Ruwer, Mittelmosel zwischen Trier und Zell sowie Terrassenmosel zwischen Zell und Koblenz.Winzer mit Ehrgeiz


Fürst begrüßt diese Differenzierung: "Mosel ist mehr als Riesling, Schiefer, Steillagen, auf die so oft zu unserem Leidwesen reduziert wird. Mosel ist auch Elbling, Kalkboden und weite Täler." Er hofft, dass mittelfristig der Begriff südliche Wein-Mosel die lange Zeit benutzte Bezeichnung Obermosel ablöst. "Im Begriff südliche Wein-Mosel steht schon drin, dass wir hier Wein produzieren."
Um auf die Bedeutung der südlichen Wein-Mosel hinzuweisen, soll die Elblingroute wieder besser aktiviert werden. So seien etwa die Schilder, die entlang der 70 Kilometer langen Strecke zwischen Konz und Remich stehen, schon ziemlich blass. "Hier müssen wir dringend handeln, damit die Gäste, die unsere Region besuchen, das Thema Elbling wahrnehmen."
Armand Frank, Winzer in Palzem, unterstützt die Initiative. "Wir haben in der Region ein hervorragendes Terroir, auf dem sehr gute Weine wachsen. Und wir haben hier Winzer, die wissen, was sie wollen."Meinung

Dornröschenschlaf ist Vergangenheit
Lange hat es gebraucht, bis die Winzer zwischen Trier und Perl - einem oft vergessenen Abschnitt des Weinanbaugebiets Mosel - aus ihrem Dornröschenschlaf aufgewacht sind. Die Schätze, mit denen sie wuchern können, wachsen in ihren Weinbergen. Aus dem Elbling keltern sie leckere Weine und hervorragenden Winzersekt. Auf dem Muschelkalkboden der Region wachsen Burgundertrauben, mit denen immer mehr Flächen an der südlichen Wein-Mosel bestockt werden. Denn, und Weinliebhaber wissen das schon lange, hier finden sie beste Voraussetzungen für großartige Weine. Was bislang fehlte, war ein Bewusstsein dafür, welch großartiges Terroir diese Region so bietet. Und deshalb ist es gut, wenn sich die Winzer Gedanken darüber machen, wie sie sich besser in der Weinlandschaft positionieren können. Ein viel versprechender Anfang ist gemacht, Konkretes muss folgen. saarburg@volksfreund.deExtra

22 Winzer der südlichen Wein-Mosel stellen sich beim Probetag am Samstag, 13. September, 14 bis 20 Uhr, im Tagungszentrum der Industrie- und Handelskammer in Trier mit ihren Weinen vor. Die Tickets kosten zehn Euro und gelten im Verbund des VRT auch als Fahrschein. itz