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Polizei sucht Zeugen
Ersthelfer riskieren ihr Leben nach tödlichem Unfall in Ayl

FOTO: TV / Cheryl Cadamuro
Ayl/Saarburg. Bei dem tödlichen Unfall in Ayl am frühen Sonntagmorgen sind drei Anwohner beim Helfen verletzt worden. Die Polizei in Saarburg ist erschüttert, dass anscheinend mehrere Fahrzeuge an der Unfallstelle vorbeigefahren sind, obwohl die Helfer sie stoppen wollten. Von Christian Kremer
Christian Kremer

Redakteur/Reporter

Eine 20-Jährige aus Trier ist am frühen Sonntagmorgen kurz nach 4 Uhr bei einem Unfall in Ayl gestorben. Ihr Fahrzeug ist aus ungeklärter Ursache von der B-51-Ortsdurchfahrt abgekommen und gegen einen Laternenmast geprallt. Nach dem Aufprall fing der Wagen Feuer. Trotz der Rettungsversuche einiger Anwohner und der hinzugeeilten Feuerwehren und Rettungsdienste überlebte die Frau nicht (der TV berichtete).

Am Tag nach dem Unglück hat die Polizei weitere Details bekanntgegeben – unter anderem zu den dramatischen Rettungsversuchen, die einige Anwohner unternommen haben. Der Leiter der Polizeiinspektion Saarburg, Harald Lahr, spricht am Montag mit großem Respekt von den Helfern. Zwei Ehepaare, die direkt in der Nähe der Unfallstelle leben, sind laut Polizei durch den Lärm geweckt worden. „Sie haben den Knall vernommen“, heißt es. Die Anwohner seien alle gemeinsam zur Unfallstelle gelaufen, um erste Hilfe zu leisten. „Mit mehreren Feuerlöschern bekämpften die Zeugen den Brand“, führt die Polizei aus. „Letztlich gelang es den beiden Herren, die Insassin, welche im Fahrzeug eingeklemmt war, nach mehreren Versuchen aus dem brennenden Wagen zu ziehen.“

Beim Löschen des Autos haben sich eine der Frauen und die beiden Männer Rauchgasvergiftungen zugezogen. Einer der Männer habe zudem Verbrennungen davongetragen, sagt Lahr im Gespräch mit dem TV. Die drei Verletzten seien zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser gebracht worden, hätten diese aber schnell wieder verlassen. „Sie haben ihre eigene Gesundheit zur Rettung des Menschenlebens riskiert. Leider konnten sie durch den selbstlosen Einsatz das Leben der jungen Frau nicht retten“, führt Lahr weiter aus.

Eine der Helferinnen hat laut Polizei zudem erfolglos versucht, vorbeifahrende Fahrzeuge anzuhalten, um die Fahrer um Hilfe zu bitten. Lahr sagt im Gespräch mit dem TV, dass er immer noch erschüttert von der mangelnden Hilfs- und Unterstützungsbereitschaft sei. Er hätte nicht erwartet, dass Menschen in einer solchen Situation nicht stoppten, sagt er. Mindestens zwei Fahrzeuge seien einfach weitergefahren. „Leider sind uns die Kennzeichen der Fahrzeuge bisher nicht bekannt. Wir suchen Zeugen, die Angaben dazu machen können.“

Die Unfallursache ist laut Polizei immer noch unklar. Fest steht, dass die 20-Jährige in ihrem Wagen allein in Richtung Trier unterwegs war. In Höhe der Einfahrt zur Straße „Im Brühl“ ist sie dann nach links von der Fahrbahn abgekommen und gegen einen Laternenmast und eine Mauer geprallt. Dort ist das Feuer in ihrem Fahrzeug ausgebrochen, das die Helfer und die Feuerwehren später gelöscht haben. Zur Ermittlung der Unfallursache hat die Staatsanwaltschaft Trier die Erstellung eines Sachverständigengutachtens beauftragt.

 Im Einsatz waren die Freiwilligen Feuerwehren Saarburg, Beurig, Ayl und Biebelhausen mit etwa 30 Kräften unter Leitung des Wehrleiters der Verbandsgemeinde Saarburg, Bernhard Hein. Weiter waren das Deutsche Rote Kreuz Saarburg, ein Notarzt, der Vertreter eines Stromversorger sowie die Straßenmeisterei Saarburg vor Ort.

 Die Polizei Saarburg sucht Zeugen, die Angaben zum Unfallgeschehen machen können. Harald Lahr versichert gegenüber dem TV auch, dass die Polizei weiter nach den Fahrern suche, die vorbeigefahren seien, ohne zu helfen. Er hoffe darauf, dass sich Zeugen melden, die Angaben zu den Nummernschildern oder zu Besonderheiten an den Fahrzeugen machen könnten.

Wer Hinweise zum Unfallhergang oder andere Informationen zu dem Geschehen hat, meldet sich bei der Polizeiinspektion in Saarburg unter Telefon 06581/9155-0.