Tunnel-Baustelle in Konz/Karthaus bleibt vorerst - Fahrbahnverengung auch

Bauarbeiten : Arbeit an Tunnel stockt: Es bleibt eng auf dem Weg nach Konz

Die Deutsche Bahn erneuert einen Fußgängertunnel in Karthaus. Sie wollte im Oktober fertig sein. Doch das Projekt verzögert sich. Das bekommen tausende Autofahrer zu spüren.

Eigentlich sollte es kein großes Ding sein. Die Unterführung in Karthaus sollte schon im Oktober fertig sein. Dementsprechend hätte die Fahrbahnverengung der K 134/Domänenstraße schon längst Geschichte sein können. Doch nichts da. Die Bahn baut noch, und die Verengung ist immer noch da. Rund 10 000 Autofahrer, die täglich an der Baustelle vorbeifahren, müssen ihre Fahrzeuge auf Tempo 20 abbremsen und in Richtung Trier über den Bürgersteig rollen. Sie wundern sich, warum die Arbeiten offensichtlich nicht vorankommen.

Etwas Klarheit bringt ein Telefonat mit Dirk Landwehrmann. Auf die Frage, warum die Baustelle nicht, wie im Juli angekündigt (der TV berichtete), im Oktober fertig geworden ist, spricht der Bauleiter der Deutschen Bahn von Verzögerungen. „Die Baufirma hatte Ausfälle“, erläutert er weiter. Es stünden noch Entwässerungsarbeiten an. Außerdem müssten noch ein Treppenaufgang gebaut und Kabel verlegt werden. Zum Teil liege der Bahn für die Arbeiten noch keine Ausführungsplanung vor. Wenn alles gut gehe, würden die Bauarbeiten in diesem Jahr abgeschlossen, sagt Landwehrmann. Wahrscheinlicher sei es, dass es länger dauere. Sowohl die Firma als auch die Bahn arbeiteten zurzeit parallel auf mehreren Baustellen, erklärt der Bauleiter. Außerdem brauche die Bahn vier Wochen, um neue Pläne zu prüfen. Und bei solchen Projekten sei es üblich, dass die Bahn eine Entwurfsplanung mache und die Baufirmen während des Projektverlaufs die Ausführungspläne vorlegen.

Die Baufirma selbst äußert sich nicht zu der Frage nach den Verzögerungen, obwohl ihr vom Auftraggeber der Schwarze Peter zugespielt wird. Ein Unternehmenssprecher verweist darauf, dass die Bahn alle Presseanfragen beantworte. Die Firma habe nicht das Recht, mit Journalisten zu reden.

In Konz kommen die Verzögerungen jedenfalls nicht gut an. Gerade angesichts dessen, dass die K 134 nun wegen der Bahnbaustelle weiter verengt bleibt, ist die Kritik groß. Schließlich war die Straße zuvor wegen Arbeiten der Verbandsgemeindewerke und der Stadt Konz sowie des Landesbetriebs Mobilität mehr als ein Jahr lang voll gesperrt. Die Konzer machen sich auch deshalb lustig über die Bauarbeiten. Viele fragen sich, warum es nicht vorangeht und warum die Bahn ihre Arbeiten nicht parallel zu den weitaus größeren Projekten erledigen ließ. Wolfgang M. Müller aus Konz hat dem TV einen Brief geschrieben, in dem er das Projekt humoristisch mit Stuttgart 21 vergleicht: „Nachdem die Bahn mehr als zwei Jahre – während der Sperrung der K 134 – Zeit hatte, ihre Unterführung in Höhe des ehemaligen Kuag-Geländes fertigzustellen, muss man sich nun doch langsam fragen, ob da eventuell als Überraschung für Konz, womöglich à la Stuttgart, ein unterirdischer Bahnhof installiert werden soll?“, schreibt Müller. „Aber auch dafür müsste ja gearbeitet werden.“ Der TV-Leser kritisiert auch den Landesbetrieb Mobilität (LBM): Die Straßenbaubehörde müsste der Bahn aus seiner Sicht auf die Finger klopfen.

Allerdings ist der LBM gar nicht zuständig. Denn die Anordnung der Fahrbahnverengung für die Bahnbaustelle hat die Verkehrsbehörde bei der Verbandsgemeinde Konz im Auftrag der Kreisverwaltung gemacht. Die Genehmigung dafür wurde diese Woche laut Thomas Müller, Pressesprecher der Kreisverwaltung, auf Antrag der Baufirma bis zum 31. Dezember verlängert. Eigentlich müsse die Firma die Sperrung aufheben, wenn nicht gearbeitet werde, sagt Müller. Ein Druckmittel habe die Verwaltung allerdings nicht.

Der Konzer Verwaltung ist die Verzögerung auch schon unangenehm. Verwaltungssprecher Michael Naunheim erklärt, das bei der Stadt häufig Anfragen von Bürgern zu dem Projekt eingingen, obwohl weder die Stadt oder die VG zuständig seien. Naunheim erklärt auf TV-Anfrage: „Leider können wir derzeit auch nicht sagen, wo das Problem bei dieser Maßnahme liegt.“ Die Verwaltung wünsche sich ebenfalls einen sensibleren Umgang mit der Öffentlichkeit und den Betroffenen vonseiten der DB Netz AG und den bauausführenden Firmen.

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