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Busverkehr in Konz und Saarburg-Kell
Auf dem Weg zum richtigen Takt

 Mit einer besseren Taktung will der Kreis Trier-Saarburg mehr Menschen in die Busse bringen.
Mit einer besseren Taktung will der Kreis Trier-Saarburg mehr Menschen in die Busse bringen. FOTO: dpa / Jan Woitas
Kell/Konz/Saarburg/Trier. Der Kreistag ordnet den öffentlichen Nahverkehr neu. In einige Orten kommen bald stündlich Busse – andere müssen länger warten.
Christian Kremer

Redakteur/Reporter

Der Trier-Saarburger Kreistag hat am Montag den Weg für eine Neuordnung des Nahverkehrs im Konz-Saarburg-Keller Raum auf den Weg gebracht. Insgesamt wird es künftig 18 Buslinien in dem Bereich geben, die zu Schulen, Kindergärten und Bahnhöfen fahren. Viele Orte, die bisher keinen oder nur eine schlechte Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr hatten, sollen ab 2021 im 60-Minuten-Takt angefahren werden.

Wichtigste Linien Kreissprecher Thomas Müller erklärt auf TV-Anfrage, dass der Kreis die Linien von der Taktung her geplant habe. Nur wenn ein Bus regelmäßig fahre, werde er schließlich genutzt. Ausgangsfrage sei deshalb gewesen: „Welche Dörfer kann der Bus innerhalb einer Stunde anfahren, ohne die Taktung zu gefährden?“ Das Ergebnis ist nun in der Vorabbekanntmachung zur europaweiten Ausschreibung für das Linienbündel Saargau nachzulesen. Der Kreistag hat sie am Montag verabschiedet. Der Kern dieses Plans sind fünf besonders wichtige Verbindungen:  Während der Woche und zum Teil auch am Wochenende sollen die Linien 240 (Saarburg-Irsch-Zerf-Kell),  241 (Freudenburg-Kirf-Trassem-Saarburg), 291 (Saarburg-Ayl-Wawern-Tawern-Konz) im Stundentakt fahren. Auch die 292 verkehrt demnach alle 60 Minuten und bindet die Konzer Stadtteile Oberemmel, Tälchen und Kommlingen sowie das Wohngebiet Berendsborn an die Innenstadt an. Zwischen Saarburg, Irsch, Ockfen und Schoden wird von montags bis freitags ein Bus (Linie 242) alle zwei Stunden fahren.

In allen anderen Orten ist es das Mindestziel, Azubis, Schüler und Kindergartenkinder sicher und pünktlich zu ihren Kitas, Schulen und Ausbildungsstätten zu bringen. Zwischen Trier, Pellingen und Greimerath soll es mit der Linie 145 regelmäßigen Busverkehr geben. Diese Strecke wird aber erst 2024 vergeben.


Perspektiven für kleinere Orte Müller betont: „Das, was in der Vorlage drin steht, ist das absolute Minimum, was nicht mehr unterschritten werden kann.“ Wenn die Politik bereit sei, für bestimmte Linien mehr Geld auszugeben, könne das Angebot aufgestockt werden. So habe er selbst – Müller ist auch Ortsbürgermeister von Tawern (VG Konz) – schon vorgeschlagen, das Bürgerbussystem auszubauen, das in Tawern seit einigen Jahren funktioniere. So könnten Dörfer, die zurzeit nicht direkt an den dicht getakteten Linien liegen, besser angeschlossen werden. Eine Diskussion über dieses Thema wird es voraussichtlich am Donnerstag, 7. Februar, 18 Uhr, im Kloster Karthaus in Konz geben. Dort wird das Konzept für den ÖPNV im Verbandsgemeinderat Konz vorgestellt. Aus den Orten, die nicht an die Hauptlinien angeschlossen sind, ist dann Kritik zu erwarten. In der VG Saarburg-Kell gab es laut Kreis schon eine Info-Veranstaltung.

Sonderfall Roscheid Einen Extrapunkt in der Beschlussvorlage widmet der Kreis dem Konzer Wohngebiet Roscheid. Darin ist die Rede davon, einen „vertakteten Busverkehr auf einer neu einzurichtenden Linie“ von Roscheid über Konz und Karthaus nach Trier anzubieten. Diese neue Buslinie hatten die Konzer Kreistagsmitglieder fraktionsübergreifend im Lauf der Diskussion über die Vergabe der Linienbündel eingebracht. Die neue Linie soll der Zweckverband Verkehrsverbund Region Trier direkt an die Stadtwerke Trier vergeben. Die Kreisverwaltung ist dabei zuversichtlich: „Die bisherigen Gespräche laufen positiv; eine Entscheidung ist noch dieses Frühjahr zu erwarten.“

Neue Technik Busse anderer Unternehmen, die nicht zu den Stadtwerken Trier (SWT) gehören, sollen laut SWT-Sprecher Carsten Grasmück künftig die gleichen Funktionen haben wie die SWT-Busse. Das sei Bestandteil der Ausschreibungen im Zweckverband Verkehrsverbund Region Trier (VRT). Somit könnten sie die Trierer Busampeln beeinflussen und ihre Fahrdaten in Echtzeit an die digitalen Infoanzeigen in Trier sowie an die Apps des VRT und der SWT weiterleiten. Grasmück: „Stand heute gehen wir davon aus, dass wir diese Daten voraussichtlich ab Herbst 2019 in unsere Auskunftssysteme übernehmen können, wenn die ersten Linienbündel Trier-Land und Mosel in Betrieb gehen.“