Der Film „Trevirus“ beschäftigt sich mit der Legende des assyrischen Prinzen Trebeta.

Filmprojekt „Trevirus“ : Legende des Prinzen Trebeta: Trierer Stadtgeschichte, neu geschrieben

Was wäre, wenn Trier nicht von den Römern, sondern 2000 Jahre vorher gegründet worden wäre? Dieses Szenario ist Basis des professionell gemachten Films „Trevirus“, in dem sich Menschen und Kulturen aus Vorderasien und Deutschland auf Augenhöhe begegnen.

4000 Jahre ist sie alt – und sie könnte die Geschichte der Stadt Trier komplett neu schreiben. Im Amphitheater finden Arbeiter des Grünflächenamts eine Steintafel. Ein Beweis für die Wahrheit der Legende über die Stadtgründung durch den assyrischen Prinzen Trebeta?

Seine Nachfahren machen sich auf den Weg, um das Rätsel des antiken Artefakts zu lüften. Doch das ist plötzlich verschwunden. Und so gehen nicht nur syrische und deutsche Historiker, sondern auch zweifelhafte Gestalten und internationale Agenten auf die Suche nach der Steinplatte.

Das alles liest sich etwas fantastisch, ist es auch. Denn die Geschichte ist der Plot eines Films, entstanden aus einem Projekt, das vom Jobcenter Trier Stadt als Arbeitsgelegenheit ergänzend zum Spracherwerb angeboten wird, in Kooperation mit Tuchfabrik und Limelight Theater. Die 13 Teilnehmer, eine Iranerin und zwölf Männer aus Syrien, waren acht Monate lang unter der Leitung des Regisseurs Stefan Bastians in den Entstehungsprozess eingebunden – vom Drehbuch schreiben über das Schauspielern bis hin zur Produktion. Schauspielerische Unterstützung erhielten sie von deutschen Akteuren, unter anderem Claudia Stephen, Manfred Rath und Sandra Karl.

Entstanden ist ein Film, der sich mit Profi-Produktionen messen kann. Die Story ist plausibel, erzählt in verschiedenen Episoden, die anfangs scheinbar wenig miteinander zu tun haben, im Laufe des Films jedoch durch mysteriöse Papierschnipsel ineinander verwoben sind. Dass die meisten der Akteure erstmals vor einer Kamera stehen, ja, zum ersten Mal geschauspielert haben, ist ihnen kaum anzumerken.

Mit dem Kameramann Thomas Ch. Weber hat Bastians einen Könner in seinem Metier engagiert, der mit den anspruchsvollen Bedingungen umzugehen weiß. Die Bilder, die Weber mit seiner Kamera zaubert, zeugen von viel Gefühl fürs Detail und verraten, dass er nicht nur im Spielfilm, sondern auch im Dokumentarfilm zu Hause ist. Weber gelingt es, die ausdrucksstarken Gesichter ebenso mit der Kamera einzufangen. Die schnellen Schnitte, die oft zwischen Nahaufnahme und Totale wechseln (Schnitt: Beata Wyzgol), verleihen dem Streifen zusätzliche Spannung.

Der Film hat Witz. Und der steckt nicht nur in den Dialogen. Bastians hat slapstickartige Sequenzen eingebaut, aber auch Szenen mit Situationskomik. Nicht zuletzt steckt hinter Webers Kameraführung eine Menge Humor.

Aber es gibt auch tragische Momente. Die spielen meist in Rückblenden. So verschwindet in einer Kriegsszene die Farbe – die schwarz-weißen Bilder wirken sehr bedrückend –, in anderen arbeiten Bastians und Wyzgol mit Unschärfe. Das bringt Abwechslung. Unterstrichen werden die Szenen von stimmiger Musik, die Mohamed Kushari komponiert und gemeinsam mit Andreas Buhs eingespielt hat.

Technisch schwierig gestaltet sich der Wechsel der Drehorte und damit auch der Lichtverhältnisse: Amphitheater, Flugplatz, Steinbruch, auf der anderen Seite Wohnungen, das Stadtmuseum Simeonstift, das Exhaus, eine Shisha-Bar. Doch Elmar Weinhold hat den Farbausgleich im Griff. Mit „Trevirus“ ist dem Team um Bastians, Weber, Stephen (Produktion), Tobias Ney (Ton) und Aufnahmeleiter Onur Eker ein  Film gelungen, in dem sich Menschen und Kulturen unterschiedlichster Herkunft auf Augenhöhe begegnen, und in dem so manch Talent geboren wurde. Man darf gespannt sein, was aus ihnen wird.

TreVirus Filmpremiere. Foto: TV/TreVirus
TreVirus Filmpremiere. Foto: TV/TreVirus

Weitere Vorführungen: 6., 14. Februar, 6. März, jeweils um 19.30 Uhr im Broadway Filmtheater in Trier. Karten: 5 Euro an der Kinokasse.