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Dickhäuter bringen Farbe in die Großregion

Trier/Luxemburg. Es gibt sie in bunt, mit Briefmarken und Glasscherben: Modelle der Elefantenparade zieren vom 19. Juli bis 18. Oktober Plätze in Trier und Luxemburg. Künstler aus der Region gestalten die Skulpturen für die Kunstaktion. Marie-Cathérine Fromm

Trier/Luxemburg. Die Elefantenbabys sind echte Großstädter. Amsterdam, London und Singapur haben die bunten Tiere schon kennengelernt - nun werden sie auf ihren großen Auftritt in Trier und Luxemburg vorbereitet. Die Modelle gastieren bei der Elefantenparade vom 19. Juli bis zum 18. Oktober zum ersten Mal in Deutschland.
85 der 1,50 Meter hohen Skulpturen werden an verschiedenen Orten in den beiden Städten aufgestellt - jedes Modell ist ein Unikat. Die meisten Elefanten gestalten Künstler aus der Großregion, die ihre Ideen auf den Rücken der Figuren bringen. Derzeit verzieren die 60 Teilnehmer und sieben Gruppen die weißen Rohlinge aus Fiberglas mit Farbe, Glasscheiben oder Briefmarken (siehe unten). Mit ihrer Arbeit unterstützen die Künstler einen guten Zweck, denn der Erlös aus dem Verkauf der Modelle geht an ein Projekt zur Rettung asiatischer Elefanten. Der Initiator der Parade, Marc Spits aus den Niederlanden, hat eine Stiftung für die Dickhäuter gegründet - ihre Zahl ist in den vergangenen Jahren um 90 Prozent zurückgegangen.
Dass die Elefantenparade nach Trier und Luxemburg kommt, ist zwei Geschäftsfrauen aus der Region zu verdanken. Katrin Kaltenkirchen, Geschäftsführerin des Trierer Modehaus' Marx, und Nele Sottmann, Produktmanagerin bei RTL Luxemburg, haben bei einem Urlaub in Kopenhagen die Aktion entdeckt und sich für die Ausrichtung beworben. Beim Konzept überzeugte die Stiftung der grenzüberschreitende Ansatz. Trier setzte sich so gegen Konkurrenz aus Hamburg durch.
"Die Elefanten sind nicht nur Kunst im Stadtraum, sie sind auch eine Metapher. Es geht nicht nur um den Umgang mit den Tieren, sondern auch um unseren Umgang mit der Natur", erklärt Sottmann die Idee hinter der Ausstellung. Die Organisation liegt bei der eigens gegründeten Elephant Expo Trier-Luxemburg. Für die Gestaltung konnten sich Künstler bewerben, einige haben die Organisatoren direkt angesprochen. Die Finanzierung der Modelle übernehmen Sponsoren. Die Patenschaft für ein Exemplar kostet 3750 Euro. Die bunten Minielefanten bleiben aber werbefrei.
Da die Aktion natürlich gut fürs Image ist und Touristen anlocken soll, unterstützt auch die Trierer City-Initiative die Parade und organisiert Veranstaltungen zum Thema. Über 30 Elefanten werden auf Triers Straßen und Plätzen platziert. Kaltenkirchen ist überzeugt: "Die Elefanten werden Zigtausenden Besuchern ein Lächeln ins Gesicht zaubern."