Ein Tag am Meer, ein Tag im Feld

Ein Tag am Meer, ein Tag im Feld

Am 26. Juni steht die sechste Auflage des Rock-a-Field-Festivals an: Sieben Bands hat der Veranstalter Den Atelier für das Open Air auf der Wiese im Luxemburger Süden bestätigt. Derweil sind die Tage des Musikclubs Atelier gezählt.

Lass die Sonne rein - so heißt ein altes Stück der Fantastischen Vier. Normalerweise hat die alte Single bei Konzerten ausgedient. Das mag daran liegen, dass die Altmeister des deutschsprachigen Hip-Hop praktisch nie bei Tageslicht spielen. Bei Open-Airs geht's für die Vier erst los, wenn sich die Sonne längst verabschiedet hat.

Das wird in Luxemburg anders sein, bei der sechsten Auflage des Rock-a-Field-Festivals in Roeser. Da wird der "Tag am Meer" eben zum Tag im Feld, zur Show in der Sonne. Sieben Bands haben die Veranstalter gestern bekanntgegeben, darunter die beiden Headliner Arctic Monkeys und die US-Punkrocker Blink 182. Und da mit den Kanadiern von Arcade Fire eine weitere gefeierte internationale Band R-a-F-Premiere feiern wird, bleibt für die "Fantas" nur der späte Nachmittag. "Sie sind damit einverstanden.

Dass das ein richtig guter Zeitpunkt ist, wenn sich die Sonne langsam senkt, hat man in den letzten Jahren gesehen", sagt Patrick Bartz vom Veranstalter Den Atelier. In der Tat sorgten in den vergangenen Jahren deutsche Künstler für die nachmittäglichen Höhepunkte: Sowohl Jan Delay (2010) als auch Peter Fox (2009) brachten die rund 18 000 Besucher des Tages-Festivals schon früh richtig auf Touren.

Tages-Festival? Das sollte 2011 der Vergangenheit angehören. Rock-a-Field sollte auf zwei Tage ausgedehnt werden. So seien auch frühzeitig viele angesagte Bands angefragt worden, um sie dann auf zwei Festivaltage zu verteilen. Aus logistischen Gründen - in der kleinen Gemeinde Roeser steht eine knappe Woche zuvor eine weitere große Veranstaltung an - bleibt es bei einem Tag. Wie im Vorjahr wird abwechselnd auf zwei Bühnen gerockt - von mittags um 12 Uhr bis in die Nacht hinein. Durch die üppige Buchung erhöht sich der Ticketpreis auf 68 Euro plus Gebühren. Bestätigt wurden bisher zudem die in England sehr erfolgreichen Elbow, die Liverpooler Brit-Rocker The Wombats und Dänemarks erfolgreichster Heavy-Export, Volbeat, die als Support für Metallica richtig durchgestartet haben.

Langsamer Abschied: Rund 700 Shows in 15 Jahren - von Kraftwerk über Placebo bis zu den Smashing Pumpkins. Im vergleichsweise intimen Ambiente des Atelier, einer früheren Werkstatt, gab es schon vieles zu erleben. Die Tage des "alten" Ateliers sind gezählt. "Es kam immer häufiger vor, dass wir Bands nicht bekommen haben, weil die Kapazität nicht ausreichte oder die Bühne zu klein war", sagt Laurent Loschetter vom Atelier.

Das soll sich ändern: Das Projekt "A-Battoir" nimmt Konturen an. Der Name - abattoir = englisch für Schlachthaus - deutet an, für welchen Zweck der neue Club im Stadtteil Hollerich einst gebaut worden war. Loschetter: "Wir planen dort zwei Säle. Einen großen für 2500 Zuschauer und einen kleineren für 800 Zuschauer."

Baubeginn könne in einem Jahr sein, die Eröffnung des neuen Live-Clubs in etwa zwei Jahren. Die Stadt Luxemburg hätte großen Wert darauf gelegt, dass die Atelier-Macher innerhalb der Stadtgrenzen bleiben. Für die noch größeren Auftritte in Luxemburg dürfte die Rockhal Esch mit über 6000 Plätzen weiterhin erste Wahl sein.

EXTRA



Neue Halle: Geschwungen und mit Streifen - von oben könnte man die Deichhal, das neue Veranstaltungszentrum in Ettelbrück, auch für eine extrabreite Sommerrodelbahn halten. Wichtiger ist aber, was drinnen passieren soll: Nach komplettem Umbau wird die Halle am 30. März wiedereröffnet. Zur Eröffnung der 2500 Zuschauer fassenden Arena spielt am 30. März die deutsche Band Juli ("Perfekte Welle", "Elektrisches Gefühl"). Karten sollen laut Bürgermeister Jean-Paul Schaaf zuerst an die Einwohner Ettelbrücks gehen, erst ab 11. Februar sollen restliche Karten im freien Verkauf zu haben sein. Die Deichhal soll ein Kulturzentrum des Nordens sein - Rock und Pop konzentrieren sich bisher weitgehend auf den Süden - Esch, Luxemburg-Stadt und Dudelange. (AF)