Starke Frauen, kräftige Töne

Starke Frauen, kräftige Töne

Kaum ist die Osterpause vorbei, startet die Luxemburger Philharmonie mit geballter Klassik in den April. Das erweist sich nur als vergleichsweise kleiner Ausschnitt aus der Angebotspalette. Sie lockt im April unter anderem mit Pianistin Hélène Grimaud und Jazz-Diva Cassandra Wilson.

Luxemburg. Wenn die Osterfeuer abgebrannt und die bunten Eier verzehrt sind, dann startet die Luxemburger Philharmonie erst einmal mit Klassik. Gleich zu Beginn tritt Cyprien Katsaris als Klaviersolist bei Bach und Mendelssohn auf, und die assistierenden Solistes Européens profilieren sich mit Mendelssohns "Melusine" und Beethovens Vierter (8. April). Zwei Tage später haben Emmanuel Krivine und sein Pariser Orchester La Chambre Philharmonique Mozart im Gepäck - allem voran die eindrucksvolle "Sinfonie concertante" mit Alina Ibragimova (Violine) und Nils Mönkemeyer (Bratsche) (10. April). Und zwischen den beiden Klassikgipfeln treffen sich Cembalist Trevor Pinnock (Cembalo), Matthew Truscott (Violine) und Jonathan Manson (Gambe) zu einer Barock-Rundreise mit den Stationen Buxtehude, Scarlatti, Händel, Rameau, Marais und Bach (9. April) - leider bleibt für Kartenwünsche allenfalls die Abendkasse, das Konzert ist jetzt schon ausverkauft.
Im Übrigen geizt man auch nicht mit kräftigen Tönen. Trompeter Philippe Schartz, Donald Bannister (Posaune) und Tim Thorpe (Horn) formieren sich zum Blechensemble (15. April). Auch Christian Schmitt an der großen Orgel und das Ensemble German Brass sind zweifellos gut für gewaltige Klänge (18. April). Und wenn das Orchestre Philharmonique Ausschnitte aus Wagners "Götterdämmerung" aufs Programm setzt, darf sich jeder auf satten Orchesterklang freuen (19. April).
Wem Bayreuths Meister zu gewichtig ist, kann sich bei Max Raabe und dem Palast-Orchester erholen (24. April). Und wem das wiederum zu konventionell erscheint, ist bei dem exquisiten Lucilin-Ensemble und Neuer Musik gut aufgehoben (12. April).
Der April ist auf dem Kirchberg auch ein Monat starker Frauen. Die gerade mal 25-jährige Yuja Wang präsentiert einen durchdachten Piano-Mix aus Debussy, Skriabin, Ravel, Rachmaninow und Mendelssohn (29. April). Baiba Skride und das London Philharmonic Orchestra gastieren mit Tschaikowsky (13. April). Hélène Grimaud spielt mit Ausnahme von Beethoven ziemlich alles, was dem Klaviersonaten-Fan lieb und teuer ist - Mozart, Berg, Liszt und quasi als Dreingabe Bartóks Rumänische Volkstänze (23. April). Und Jazz-Diva Cassandra Wilson beschwört in den modernen Crossover-Zeiten authentischen Jazz (11. April).

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