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Von der Unsicherheit der Bilder

Von der Unsicherheit der Bilder

Zum Jahresanfang lässt Markus Bydolek in der Galerie Junge Kunst in Trier sein Publikum am Bild zweifeln. Zu sehen sind neue Fotoarbeiten zum Thema "Vegetation und anderes".

(er) Zu einer völlig neuen bildnerischen Position hat Markus Bydolek gefunden. Hatten bislang seine schwarz-weißen Fotoarbeiten - seine "Photographiken" - mit ihrer durchgehenden Tiefenschärfe und ihrer zeichnerischen Anmutung Gesteine und Pflanzen geradezu seziert, so taucht der Trierer Fotokünstler jetzt mit Unschärfe und Farbe seine Pflanzen in ein geheimnisvolles fernes Traumreich. Dabei entstehen Bilder von großem malerischen Reiz.

Bydolek arbeitet zudem mit der Paradoxie, dem Widerspruch in sich. Hat er eben noch winzige Pflanzenteile zu Bild füllenden, geradezu exotisch wirkenden Blattgewächsen vergrößert und so dem Betrachter angenähert, so nimmt er über die Unschärfe die vermeintliche Nähe gleich wieder zurück. Das Gezeigte verbleibt - genau wie der Betrachter - im Schwebezustand zwischen Wirklichkeit und Vorstellung.

Wie schon seinen früheren Arbeiten ist auch diesen Bildern eine innere Bewegung eigen. Bydoleks Pflanzen scheinen zur Oberfläche zu drängen und zunehmend Gestalt anzunehmen, um dann gleich wieder wie abstrakte Gemälde im Bildraum zu verschwimmen. Bydoleks neue Arbeiten sind Belege für die Ungewissheit des Bildes und der Wahrnehmung. Als Kunstwerke sind sie kleine, in sich geschlossene Räume, losgelöst von der fassbaren Realität der Alltagswirklichkeit. Die schönsten Arbeiten sind die kühlen, grünblauen Großformate. Die meisten Kleinformate bleiben hingegen Experimente. Zu sehen sind zudem zwei farbige Beispiele der früheren Photographiken, unzweifelhaft eine originellere und radikalere Position als die aktuellen Unschärfe-Bilder.

Die Ausstellung ist noch bis Samstag, 19. Februar, zu sehen. Öffnungszeiten: samstags und sonntags 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung, Telefon: 0651/26893.