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Afrikanische Schweinepest kann in Bernkastel-Wittlich zum Problem werden

Seuche : Wenn die Schweinepest kommt, wird’s personell eng

Der Ausbruch der Seuche in der Region würde die Verantwortlichen vor hohe Herausforderungen stellen.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist auf dem Vormarsch. Sollte die Seuche, die für den Menschen ungefährlich ist, aber für Hausschweine und Wildschweine tödlich endet, in der Region ankommen, könnte das weitreichende Folgen haben.

Denn tritt ein solcher Fall in der Region auf, muss nach dem Rahmenplan Afrikanische Schweinepest des Landes das betroffene Gebiet durch den Krisenverbund Eifel – dazu gehören die vier Landkreise der Region – unter anderem abgesucht werden. Derzeit rechnet man damit, dass dafür täglich etwa 150 Menschen benötigt werden, die durch den Krisenverbund gestellt werden müssen. Dazu gehören die Suchmannschaft, Bergetrupps, Helfer zum Ausrüsten, Einschleusen, für die Desinfektionsstelle und zum Ausschleusen, Helfer für Fahrdienst und Logistik sowie für Führung, Kommunikation und Dokumentation. Sie arbeiten in zwei Schichten.

Suche nach dem verseuchten Wild sollen ortsansässige Jäger und Forstmitarbeiter verpflichtend mithelfen, da sie, so der Rahmenplan ASP des Landes, über die nötigen Kenntnisse zu den Wildschweinbeständen und zu den örtlichen Gegebenheiten verfügen, die ein Auffinden von verendeten Tieren wahrscheinlicher machen.

Die Suche sollte zudem auf das ganze Jagdrevier, in dem die Fundstelle liegt, und auf die benachbarten Jagdreviere ausgedehnt werden, mit dem Ziel, dass das gesamte Kerngebiet mit einem Radius von etwa 50 Quadratkilometern abgesucht wird.

Das Problem: Sollte ein ASP-Fall auftreten, ist ein solch hoher Personalaufwand derzeit wegen der Covid-19-Pandemie, die alle personellen Ressourcen in den Landkreisen bindet, und im Hinblick auf die vorhandenen technischen Möglichkeiten nicht umsetzbar.

Bereits im April 2019 hatte der Kreistag sich mit der ASP beschäftigt. Bereits damals bereitete die Kostenfrage und -übernahme den Mitgliedern Sorgen. Diskutiert wurde damals auch über eine Abschussprämie, um den Bestand von Wildschweinen zu verringern (wir berichteten am 11. April 2019). Zudem war die ASP unter anderem im November 2019 Thema im Landwirtschaftsausschuss.

Im September wurden in Brandenburg unweit der tschechischen Grenze mehrere tote Wildschweine entdeckt, die mit ASP infiziert waren.