Brillen Müller aus Wittlich ist für Design und Konzept seines neuen Ladens ausgezeichnet worden

Gewerbe : In einem Atemzug mit Louis Vuitton

Brillen Müller aus Wittlich ist für Design und Konzept seines neuen Ladens ausgezeichnet worden. Unter anderem gehört das Projekt zu den 50 innovativsten weltweit.

1974 fing alles an. In diesem Jahr hat Alfred Winkler zusammen mit seinem damaligen Geschäftspartner Manfred Müller Optik Müller in Wittlich gegründet. 44 Jahre später wurde das Ladenlokal in  der Wittlicher Burgstraße komplett umgebaut, ausgebaut und modernisiert. Mit Erfolg: Der Umbau hat der Familie – neben Senior Alfred Winkler (72) gehören die Söhne Frank (40) und Sven (38) sowie Tochter Heike (33) zur Geschäftsführung, zudem arbeiten Mutter Elke (71) und Sven Winklers Frau Ismene (37) in dem Unternehmen – zwei Auszeichnungen eingebracht. Zum einen haben sie den Preis „Store of the Year“ des Deutschen Handelsverbands (siehe Info) verliehen bekommen, zum anderen wurden Sie in das Buch „Läden 18/19“ aufgenommen. Für den Bildband  hat die Redaktion des Fachmagazins TextilWirtschaft die nach eigener Aussage „50 der inspirierensten und innovativsten Neueröffnungen und Umbauten“ weltweit ausgewählt, die sie in Text und Bild vorstellt. Das Wittlicher Ladenlokal von Brillen Müller rangiert dabei in einer Linie mit dem Maison Vendome von Louis Vuitton in Paris, Ladenlokalen in Doha, New York, Miami oder London oder einem Geschäft der Designerin Sonia Rykiel in Madrid.

Der Umbau des Hauses in Wittlich, früher war im hinteren Teil des Hauses ein Augenarzt, der im Juni 2017 in ein benachbartes Gebäude gezogen ist, wurde bei laufendem Betrieb vorgenommen. Zuerst wurde der hintere Teil innerhalb von zwei Monaten umgebaut, dann der vordere Teil komplett. In dieser Zeit wurde der Verkaufsraum provisorisch nach hinten verlegt. „Wir hatten zwischen den Bauabschnitten nur zwei Tage geschlossen, das war nach der Kirmes“, sagt Sven Winkler. Also in der Zeit, wenn in Wittlich ohnehin viele Läden geschlossen sind.

Im Frühjahr 2018 war es dann so weit, und das neue, jetzt rund 250 Quadratmeter große Ladenlokal war mit Verkaufsraum und den Beratungsräumen für Akustik und Optik komplett fertig. Der Akustikbereich ist seitdem an den türkisfarbenen Farbbändern in den weiß gehaltenen Wänden und Möbeln erkennbar, der Optikbereich an den magentafarbenen.

Den Gedanken eines Umbaus hatten die Winklers schon lange. „Die Idee hatten wir seit zehn Jahren. Seit etwa fünf Jahren hatten wir Kontakt zu den Architekten“, sagt Alfred Winkler. Denn seit der Übernahme durch die Familie sei klar gewesen, dass man neu denken müsse, groß denken müsse, wie Alfred Müller sagt, um im Wettbewerb zu bleiben. In den Jahren bis zum Komplettumbau habe man einige Investitionen hinten angestellt, um später alles aus einer Hand zu machen. Dass sie für ihr Projekt einen Preis bekommen, damit haben Alfred, Frank und Sven Winkler nicht gerechnet. „Nein, das haben wir nicht“, sagt Alfred Winkler und lacht. „Unser Ziel war es, dass unsere Vorstellungen möglichst optimal umgesetzt werden. Dass wir modern werden, ohne steril zu wirken.“ Über die Höhe der Investition schweigt die Familie. Realisiert haben die Winklers das  Projekt gemeinsam mit dem Architekturbüro Russell-Koglin aus Wittlich sowie Heikaus-Architekten, die Erfahrung im Ladenbau für Optik und Akustik  haben und von  mehreren deutschen Städten aus agieren.

Derzeit arbeiten bei Brillen Müller an den Standorten in Wittlich und Bernkastel-Kues insgesamt 17 Mitarbeiter.

Mehr von Volksfreund