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Einbrecherduo kommt vor Gericht

Wittlich. Neben dem materiellen Schaden, wurden die Taten zum Albtraum für die Opfer: Im September gab es in Wittlich eine Reihe nächtlicher Einbrüche, die insbesondere Senioren stark verunsicherte, denn sie waren die Betroffenen. Die Polizei nahm zwei Männer fest, die seitdem in Haft sitzen und sich nun vor Gericht verantworten müssen. Sonja Sünnen

Wittlich. Es war ein Erfolg für die Polizei: Ende September 2012 nahm sie zwei Männer fest, die vermutlich für eine Einbruchserie in Wittlicher Wohngebieten im selben Monat verantwortlich sind. Insgesamt zehn Einbrüche und Einbruchsversuche gab es damals in Wittlich und Umgebung. Ein Opfer war eine mehr als 80-jährige Dame, die in ihrem Haus auf die maskierten Einbrecher traf und geschlagen wurde: Sie sollte den Männern die Geheimnummer ihrer EC-Karte verraten. Danach war der Weisse Ring für die traumatisierte Seniorin da, die nach der massiven Bedrohung von den Tätern auch noch eingesperrt worden war. Der Effekt, zumindest vor den Unbekannten sicher zu sein, ging für manche Betroffenen auch vom schnellen Ermittlungserfolg der Polizei aus. Bei der Festnahme eines damals 35-Jährigen aus der Verbandsgemeinde Kröv-Bausendorf und eines 27-jährigen Wittlichers, beide Männer waren polizeibekannt, hatte die Kripo umfangreiches Beweismaterial gefunden: Unter anderem die EC-Karte der Seniorin, mit der 1000 Euro abgehoben wurden (der TV berichtete).
Tatorte waren meist freistehende Einfamilienhäuser unter anderem in Altrich aber überwiegend im Bereich des sogenannten Musikerviertels in Wittlich und auch auf dem Rollkopf.
Die etwa dreiwöchige Serie machte im September schnell die Runde: Die Wittlicher waren teils entsetzt zu hören, was ihren Nachbarn und Bekannten zugestoßen war. Insbesondere erschütterte sie das Vorgehen der bis dato Unbekannten gegenüber der alten Dame, das juristisch unter räuberische Erpressung fällt.
Andere Geschädigte kamen glimpflicher davon - ohne eine direkte Begegnung mit den Einbrechern. Ein Opfer beispielsweise schreckte nachts im Schlafzimmer hoch und hörte Geräusche, es befürchtete, dass Unbekannte sich in seinem Haus zu schaffen machten und blieb ruhig. Aber die Täter kamen nicht ins Schlafzimmer. Als die Haustür wieder zuschlug, war klar: Einbrecher hatte Schränke und Schubladen durchwühlt. Anderen Opfern blieb das beängstigende Gefühl erspart, mitten in der Nacht zu merken, dass Fremde im Haus sind. Sie verschliefen sozusagen den ungebetenen Besuch, hatten dafür morgens ein böses Erwachen.
In der Regel haben sich die Männer Zugang über aufgehebelte oder eingeschlagene Fenster und Terrassentüren Zugang zu den Häusern verschafft. Wie hoch der gesamte materielle Schaden ihrer Einbruchsserie ist, ist unbekannt. Gestohlen wurde unter anderem Schmuck und Bargeld.
Laut Auskunft eines Rechtsanwaltsbüros, das einen der Angeklagten vertritt, soll am Dienstag, 19. März, die Hauptverhandlung beim Landgericht Trier beginnen. Da die maximal sechsmonatige Untersuchungshaft im März enden würde, muss bis dahin ein Verfahren eröffnet oder zumindest in Aussicht sein, wenn die beiden mutmaßlichen Täter nicht wieder auf freien Fuß kommen sollen.
Corinna Kraus, Pressesprecherin des Landgerichts Trier, konnte den Termin auf TV-Nachfrage noch nicht bestätigen. Einer der mutmaßlichen Täter soll geständig sein.