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Gemeinde Morbach bekommt wohl 3,5 Millionen Euro Gewerbesteuer mehr als geplant

Mehr Gewerbesteuer als geplant : Millionen-Plus für Morbach

Trotz Corona: Die Einheitsgemeinde geht im zweiten Nachtragshaushalt für das Jahr 2020 von deutlich höheren Gewerbesteuer-Einnahmen aus als vor einem Jahr geplant. Doch Freude kommt im Rathaus bei diesen Zahlen nicht auf.

Im zweiten  Nachtragshaushalt zeigt sich: Morbach schwimmt gegen den Trend. Während die Kämmerer der umliegenden Kommunen aufgrund der Corona-Pandemie für das Haushaltsjahr 2020 fast durchweg niedrigere Einnahmen als geplant registrieren müssen, erhöht sich der Geldsegen für den Morbacher Haushalt. Statt der geplanten 13 Millionen Euro wird die Einheitsgemeinde bis Ende des Jahres wohl 16,5 Millionen Euro Gewerbesteuer einnehmen. „3,5 Millionen Euro mehr als geplant“, macht Bürgermeister Andreas Hackethal die Dimension bei der jüngsten Sitzung des Morbacher Gemeinderats deutlich.

Und infolgedessen entwickeln sich auch die weiteren Kennzahlen positiv, die Kämmerer Sebastian Gorges den Ratsmitgliedern vorstellt.

Die freie Finanzspitze, die die dauerhafte Leistungsfähigkeit einer Kommune darstellen soll, erhöht sich um fast das 2,5-fache. Hat man im ersten  Haushaltentwurf für 2020 noch mit einer Summe von 1,7 Millionen Euro gerechnet, so beträgt die freie Finanzspitze der Gemeinde Morbach jetzt 4 102 840 Euro. Dazu können die geplanten Kredite, die für das Haushaltsjahr 2020 mit 600 000 Euro veranschlagt waren, auf null zurückgefahren werden.

Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer sind für die Einheitsgemeinde damit rekordverdächtig. 2018 erzielte die Gemeinde 15,5 Millionen Euro Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Für die Jahre 2019 sowie 2021 bis 2023 liegen die Ansätze zwischen 14 und 14,5 Millionen Euro.

Doch Euphorie will im Morbacher Gemeinderat ob dieser Zahlen nicht aufkommen, auch wenn Hackethal zum neuen Kämmerer der Gemeinde sagt, dass er mit solchen Zahlen in dem Gremium immer willkommen sei.

Denn die gute Konjunktur erstrecke sich nicht auf alle Unternehmen der Einheitsgemeinde. „Es gibt Betriebe, die unter der Pandemie leiden“, sagt der Bürgermeister Hackethal. „Wir sollten uns nicht an diese Zahlen gewöhnen.“ 2021 werde schwierig, weil einige geplante Vorhaben sich verzögern und andere Projekte erst im kommenden Jahr rechnungswirksam werden. Zudem würden sich durch die höheren Einnahmen im kommenden Jahr andere Ausgaben wie die Kreisumlage erhöhen.

Dass mit diesen Zahlen sowohl der Finanz- als auch der Ergebnishaushalt der Einheitsgemeinde ausgeglichen ist, ist für Hackethal nicht etwa ein Grund zur Freude. Stattdessen spricht er von einer „Bürde“ für das Jahr 2021.

Auf eine Aussprache verzichten die Ratsmitglieder. Stattdessen akzeptieren sie den Nachtragshaushalt einstimmig.