Heulen da Wölfe an der Mosel? brünstiger Fuchs?

Natur : Heulen da Wölfe an der Mosel? - Ein Video soll das beweisen

Ein 16-Jähriger aus Reil hat per Smartphone nachts seltsame Tiergeräusche aufgenommen. Sein Vater: Das war ein Wolfsrudel.

War es ein Wolf? Möglicherweise sogar eine ganzes Wolfsrudel? Für Michael Boemer aus Reil scheint die Sache klar. Sein 16-jähriger Sohn Elias hat in der Nacht vom 12. auf den 13. Januar über den Bahngleisen von Reil eine Videoaufnahme gemacht.

Boemer: „Zuerst dachte Elias, es seien Katzen, die sich raufen, aber es hörte sich doch irgendwie anders an.“ Deshalb habe er die Tiergeräusche mit seinem  Smartphone aufgenommen und und im Internet auf Videos mit dem Geheul von Wölfen verglichen. „Elias hat wohl einen  hörbaren Nachweis über das erste Wolfsrudel in Reil seit über 100 Jahren gemacht“, meint der Vater.

In der TV-Redaktion haben sich mehrere Journalisten die Aufnahme angehört. Katzen?  Wölfe? Hunde? Die Meinungen der Redaktionsmitglieder  gingen auseinander. Ein Experte musste ran:  Franz-Josef Sprute, Leiter des Forstamtes Traben-Trarbach, hörte ebenfalls genau hin und kam zu einem anderen Schluss: „Ich gehe davon aus, dass es sich um das sogenannte Ranzbellen des Fuchses handelt.“ Dieses Ranzbellen höre man vor allem von Dezember bis Februar während der Paarungszeit.

Dabei wären heulende Wölfe im Moseltal gar kein Ding der Unmöglichkeit: 2012 wurde in Rheinland-Pfalz im Westerwald erstmals seit mehr als 100 Jahren wieder ein Wolf nachgewiesen. Er wurde später illegal erschossen. 2015 wurde an einem gerissenen Reh in der Südwestpfalz die Genspur eines Wolfes entdeckt. 2016 gab es gleich drei solcher Nachweise für einen Wolf sowie einen Fotonachweis im Raum Westerwald. 2018 sind im Kreis Neuwied bereits zwei unterschiedliche Wölfe nachgewiesen worden — ein männliches und ein weibliches Tier.

Auch im Nachbarland Luxemburg wurden 2018 Wölfe gesichtet. Durch Speichelanalysen, die ein Labor an Biss- und Fraßspuren gerissener Schafe genommen hatten, ist die Rückkehr des Wolfes ins Großherzogtum mittlerweile amtlich.

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