Heimat : Garten, Geschichte und Kino

Die Zeitschrift Hott ist zum 74. Mal erschienen. Sie bietet viel Lesestoff aus dem Hunsrück.

Das 74. Heft der Hott, dem Magazin zur Hunsrücker Geschichte und Gegenwart der Hnsrücksvereins-Ortsgruppe Morbach ist erschienen. Die auffallende Titelseite mit einem Kinderbild weist auf die Titelgeschichte „Gärtnern im Kindergarten – Mit leuchtenden Augen die Natur entdecken“ hin. Die Hundheimer Gartenexpertin Brunhilde Gorges schildert ihre Erfahrungen mit dem Projekt „GartenKinder“ in Morbacher Kindertagesstätten. Es geht nicht nur um die reine Gartenarbeit, sondern ganz besonders auch um die Verwertung der Ernte in der Küche und das gemeinsame Essen.

Als innovativ und zeitgemäß erweist sich auch die Facebook-Seite „Lust auf Hunsrück“, die von ihrem Mitbegründer Rudi Dick aus Beltheim vorgestellt wird. Die gleichnamige Gruppe hat inzwischen fast 9000 Mitglieder, die täglich neue Fotos aus der schönen Hunsrücklandschaft teilen.

Ganz praktisch wurde diese von Pater Bernardo (Morbach) erwandert: Er berichtet von der Traumschleife „Nohener-Nahe-Schleife“, die ihm wunderschöne Aussichten, aber auch etliche Überraschungen bot.

Aber auch die mehr technisch interessierten Leser werden angesprochen: Für sie beschreibt Julian Gröber (Gutenthal) die bemerkenswerte Geschichte der Morbacher Kinos.

Für die Landwirte erinnert Gunter Altenkirch an das „Sech“, das wichtige senkrechte Pflugmesser. Geprägt vom bäuerlichen Leben wurden auch zwei Frauen aus Hinzerath beziehungsweise Odert. Seit 1978 schreibt Renate Kuhn regelmäßig Tagebuch, allein schon um sich täglich eine persönliche „Auszeit“ zu gönnen. Gepaart mit jeweils aktuellen Zeitungsausschnitten und -fotos sind die Aufzeichnungen ein beredtes Zeugnis davon, wie sich der bäuerliche Alltag in diesen Jahrzehnten radikal wandelte.

Aber auch die prägenden historischen Ereignisse und bedeutende Persönlichkeiten der Zeitgeschichte werden registriert. Sehr lesenswert sind auch die Erinnerungen von Hildegard Erz, die kürzlich mit 95 Jahren verstarb. Der dritte Teil ihrer handschriftlichen Erinnerungen beschäftigt sich mit der Zeit von 1938 bis 1945.

In die NS-Zeit führt Elmar Ittenbach mit dem Text „Eintopf-Politik“ über den Eintopfsonntag zugunsten des NS-Winterhilfswerkes, einschließlich eines Rezeptes für sein Leibgericht „Oma Marias Gemüseeintopf“. Daneben stellt er neues Lesefutter vor.