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In Bernkastel-Kues wird ein neus Jugendparlament gewählt

Kommunalpolitik : Trotz Corona ins Jugendparlament

In der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues steht zum zehnten Mal die Wahl des Gremiums an. Mehr als 20 Kandidaten bewerben sich um 15 Sitze. Etwa 2100 junge Leute können abstimmen.

Wer sind die Verlierer der Pandemie? Oft ist zu hören, es seien vor allem die jungen Leute. Diejenigen also, die noch auf der Suche nach ihrem Platz im Leben und in der Gesellschaft sind. Ihnen fehle der direkte Kontakt besonders. Ob das zu Problemen in der weiteren Entwicklung hin zum Erwachsenen führt, muss die Zeit nach Corona zeigen.

Aber manches funktioniert auch weiterhin – zum Beispiel die Arbeit im Jugendparlament (Jupa) der Verbandsgemeinde Kues beziehungsweise das Interesse an der Arbeit in diesem Gremium.

Mitten in der dritten Coronawelle laufen die Vorbereitungen für die mittlerweile zehnte Wahl der Jugendvertretung. Die erste war 1995. Bis zum 12. April können sich noch junge Leute zwischen 16 und höchstens 23 Jahren um einen Sitz in dem 15-köpfigen Gremium bewerben. „Derzeit kandidieren 20 Jugendliche fest, und ich habe noch vielversprechende Kontakte zu ein paar jungen Leuten, die es sich noch überlegen“, sagt Guido Moll, Jugendpfleger der VG Bernkastel-Kues. Etwa zwei Drittel der Kandidaten seien junge Männer, ein Drittel junge Frauen. Der Altersdurchschnitt liege bei 18 Jahren.

Moll, seit mehr als 25 Jahren tätig, spricht von einem „sehr guten Zwischenergebnis“. Trotz eines Jahres mit zum Teil massiver Kontaktbeschränkung. Da zahle sich die Arbeit der vergangenen Jahre aus. Er erfahre sehr viel Unterstützung bei seiner Arbeit, die er seit einigen Monaten im Homeoffice verrichte.

Gleich acht Mitglieder des neunten Jugendparlaments kandidieren erneut, weil es vom Alter her noch geht. Nur einer schert aus: „Das war in der Vergangenheit auch schon immer so“, sagt Moll. „Dies ist in meinen Augen der klare Beweis dafür, dass die gemeinsame Zeit im Jugendparlament den jungen Menschen wirklich etwas bringt, und dass es offensichtlich Spaß macht zusammen mit anderen etwas zu bewegen.“

Moll wirbt um Kandidaten. „Ihr unverstellter Blick ist gefragt. Themen und Projekte werden vom Jupa selbst entwickelt. Niemand muss bei etwas mitmachen, wozu er oder sie gerade keine Zeit oder Lust hat.“ Das Gremium verfügt jährlich über einen Etat von 5000 Euro. Damit können Projekte und Veranstaltungen gefördert werden. Bislang vor allem Jugendräume in den Orten der VG und auch der ehemalige Skatepark im Schulzentrum in Bernkastel-Kues – aktuell der neue Outdoor-Kicker auf dem Generationenplatz in Minheim. Auf die Initiative des Jupas fußt auch die seit Jahren laufende Sneak-Preview-Reihe im Moselkino.

Mehr als 2100 junge Leute ab 14 Jahren können per Briefwahl über die Jupa-Zusammensetzung abstimmen. Nach Auskunft von Guido Moll werden sie bis zum 19. April angeschrieben.

Wer noch als Kandidat antreten will, kann sich beim Jugendpfleger melden: Telefon 06531/54165, mobil 01761/6652267, E-Mail: g.moll@bernkastel-kues.de.