In Brnkastel-Wehlen soll ein neuer Jugendraum enstehen

Jugend : 55 Unterschriften können etwas bewirken

Der Wehlener Nachwuchs will wieder einen Jugendraum. Er hat seinen Wunsch der Ortsvorsteherin mitgeteilt. Die Suche nach einer Bleibe läuft.

Wie lange gab es in Wehlen einen Jugendraum? „Seit Generationen. Er war einer der ersten in der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues“, antwortet Ortsvorsteherin Gertrud Weydert. Seine Heimat hatte er zuletzt in der alten Kirche. Doch als die vor ein paar Jahren an eine private Investorin verkauft und zu einem Schmuckstück umgebaut wurde, standen die Jugendlichen buchstäblich auf der Straße. Eine Zeitlang hielten sie das aus. Doch dann wurden einige aus der Altersgruppe der 13 bis 15-Jährigen, unter ihnen Alexander, Menes, Erik, Kilian und Maximilian aktiv. Sie verfassten einen Brief mit dem Wunsch nach einem neuen Jugendraum und ließen ihn rundgehen. 55 Kinder und Jugendliche haben ihn unterschrieben. Die Liste überreichten sie dann Ortsvorsteherin Gertrud Weydert.

Manchmal gerät so ein Schreiben in Vergessenheit. Nicht so im Bernkastel-Kueser Stadtteil Wehlen. Der Stadtrat, in dem letztlich die Entscheidung fällt, hat sich bereits mit dem Thema befasst. Am Dienstag (19 Uhr im Haus Kaspari) wird sich auch der Ortsbeirat erneut damit beschäftigen. Gertrud Weydert hat sich die Wünsche der Betroffenen und ihrer Eltern auch bei einem kurzfristig anberaumten Gespräch angehört. Auch Stadtbeigeordneter Wolfgang Pastor ist bei dem Gespräch dabei.

Da sitzen die Kinder im Haus Kaspari ganz so wie Kommunalpolitiker am Tisch und melden sich zu Wort. „Wir wollen uns nach den Hausaufgaben mit Freunden treffen“, sagt ein Junge. „Sich zu treffen ist besser als nur mit dem Handy zu spielen“, ergänzt ein Mädchen.

Wo können sie das in Zukunft tun? Im Blickfeld ist ein Raum in der Turnhalle. Die ist bereits zu einem Teil saniert worden. Ein zweiter Bauabschnitt steht aber noch an. Es werden neue Umkleideräume und Toiletten gebaut. Die dann frei werdenden Räume könnten bis auf zwei Toiletten zu einem 50 bis 60 Quadratmeter großen Jugendraum umgebaut werden. Dafür könnte es Zuschüsse von bis zu 60 Prozent geben. „Wir kriegen das durch“, zeigt sich Wolfgang Pastor optimistisch.

Der Zeitablauf ist aber noch nicht klar. Der Umbau kann noch dauern. Doch die Kinder und Jugendlichen sollen in ihrem Drang nicht gestoppt werden. Das Projekt dürfe nicht versanden, heißt es.

Deshalb fragen einige Eltern auch nach Übergangslösungen und bringen zum Beispiel das ehemalige Pfarrhaus und die alte Bücherei ins Spiel. Auch darüber wird der Ortsbeirat heute Abend reden. Die Jugendlichen haben schon ganz konkrete Ideen. Sie wollen beispielsweise Sachen spenden und auch für eine Musikanlage sorgen. Und sie erkennen auch die Schlüsselgewalt der Erwachsenen an. „Das Engagement der Kinder und Jugendlichen muss belohnt werden“, sagt Nadine Discher, die zwei Töchter hat.

Mehr von Volksfreund