Mehr Trauer als Freude

Leben und Tod: In Morbach, Hermeskeil und Kell am See starben 2008 mehr Menschen als geboren wurden. Nur Thalfang konnte im vergangenen Jahr 47 Sterbefälle mit 47 Geburten ausgleichen. Das sagen die aktuellen Statistiken der vier Standesämter in Hochwald und Hunsrück aus.

Morbach/Thalfang/Hermeskeil/Kell am See. Erster Neubürger in der Region im Jahr 2009 ist David Treinen aus Neuhütten. Er erblickte am 1. Januar um 21.59 Uhr im Hermeskeiler Krankenhaus das Licht der Welt. Für Mutter Elke und den Vater, Rainer Treinen, ist David die Vollendung ihres Glücks.

Kein eindeutiger Trend bei der Namensgebung



Statistisch gesehen ist der erfreuliche Anlass einer Geburt indes seltener als ein Trauerfall, wie sich beim Blick auf das Jahr 2008 bestätigt. Das Standesamt in Morbach meldet beispielsweise 86 Geburten und 104 Sterbefälle.

Ein eindeutiger Trend bei der Namensgebung ist hier nicht zu finden. "Die Namen der Kinder sind sehr unterschiedlich", teilte Standesbeamter Christoph Knippel auf TV-Anfrage mit. Auch 58 Eheschließungen hat das Standesamt vollzogen.

Für das Ja-Wort kann in der Gemeinde nicht nur das Trauzimmer im neuen Rathaus genutzt werden. Auch die Burgruine Baldenau, Holzmuseum und Walholzkirche in Weiperath sowie der Archäologiepark "Belginum" in Wederath kommen dafür in Frage.

Im benachbarten Thalfang wurden 45 Ehen geschlossen. Bei 47 Sterbefällen und 47 Geburten schrumpfte die Zahl der Menschen nicht. Auch hier gab es bei den Namen keinen eindeutigen Favoriten. "Nur Finn kam bei den Jungs doppelt vor", weiß Inge Mörschbacher vom Standesamt. Bei den Mädchen waren viermal "Sophie", zweimal "Johanna" und zweimal "Hannah" die Spitzenreiter.

In Hermeskeil stehen 274 Sterbefällen nur 224 Geburten gegenüber. 73 Ehen wurden geschlossen, davon 15 auf der Grimburg. "Tim" und "Alexander" waren bei den Jungs, "Sophie" und "Leonie" für Mädchen die beliebtesten Vornamen.

Auch in Kell am See ist die Bevölkerungsbilanz negativ: 98 Sterbefälle, 74 Geburten. 56 Ehen wurden geschlossen. "65 verschiedene Vornamen wurden für die Kinder gewählt", erklärte Ludwig Hoff vom Standesamt. Favoriten waren hier dreimal "Lukas", zweimal "Lilly" und zweimal "Vanessa". Man "traute" sich unter anderem auch im historischen Bahnhof und in der "Alten Mühle".