Naturnah die Sommerferien genossen

Naturnah die Sommerferien genossen

TRABEN-TRARBACH. Naturnah die Ferien genießen – so lautete das Motto einer Ökotour, bei der elf Jungen und Mädchen im Alter von zwölf bis 17 Jahren die Mosel und die Eifel von Koblenz bis Bernkastel-Kues erkundeten. Die Naturschutzjugend (Naju) Rheinland-Pfalz, die Kinder- und Jugendorganisation des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu), hatte dazu aufgerufen, das eigene Land kennenzulernen.

"Es ist total toll", zieht die Gruppe am Alten Stadtturm in Traben-Trarbach vorläufige Bilanz. Fünf Erwachsene sind mit von der Partie, sie wandern mit den Kindern, transportieren die Ausrüstung zu den Campingplätzen, und Wolfgang Lebschy, leidenschaftlicher Hobbykoch, sorgt für leckere Mahlzeiten, die neue Energie geben. Vor sechs Tagen waren sie von Koblenz mit dem Schiff bis Cochem gefahren, Bahn, Bus und die eigenen Beine sind fortan die weiteren Transportmittel. Die Kinder klettern im Bremmer Calmont, wandern nach Ulmen, erfrischen sich beim Bad im Pulvermaar. Sie lernen Bad Bertrich, Bullay und Zell kennen, und jetzt steht die letzte Etappe an: Der T 8-Weg zu den Graacher Schanzen und von dort nach Bernkastel-Kues. In Traben-Trarbach haben sich ihnen Heide Weidemann, Landesvorsitzende des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND), und weitere Naturschützer angeschlossen, und mit schweren Rucksäcken geht es den Berg hinauf. "Ich bin es gewohnt, zu wandern", sagt Nieske Heinrich (14), deren Bruder Sönke (12) stolz die weiße Naju-Fahne trägt. Die kleine Expedition arbeitet sich flotten Schrittes bei schweißtreibenden Temperaturen durch Weinberge und Wald. Einige Knie sind verbunden, die Gelenke schmerzen, ein Mädchen ist mit dem Fuß umgeknickt, "und ich bin in der Dusche ausgerutscht", erzählt Josephine Decker (12) aus der Nähe von Mainz. Der gleichaltrige Gino Ney zeigt seine frischen Narben am Knie: "Ich bin gleich am ersten Tag gefallen". "Blasen gibt es auch genügend", sagt Esther Prodöhl (17), aber die Gruppe habe sich selbst ein Motto gegeben: "Wir jammern nicht". Am Rastplatz in der Nähe der Graacher Schanzen wird die wohlverdiente Pause eingelegt. "Küchenchef" Lebschy bringt ein leckeres Picknick vorbei. "Die Kinder sollen auch erfahren, welche Einflüsse das Landschaftsbild prägen oder stören", erläutert Andreas von Marées, und so hören sie Heide Weidemann interessiert zu, die ihnen vom beabsichtigten Bau der vierspurigen B50 neu und den daraus folgenden Eingriffen in die Umwelt erzählt und wie der BUND dies verhindern möchte. "Wenn Sie vor Gericht gehen, dürfen wir dann mit?", fragen einige Jungs, und "sau unfair" finden sie eine Brücke, für deren Nutzung eine Maut bezahlt werden müsste. Wie beruhigend ist da doch für die kleinen Naturfreunde die Auskunft von Heide Weidemann, dass bislang kein Investor für den Hochmoselübergang gefunden wurde. Bevor es hinunter nach Bernkastel-Kues geht, werden noch die Graacher Schanzen erkundet, und nach einer letzten Nacht im Zelt heißt es, Abschied nehmen von der Mosel.

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