Thalfang auf Wachstumskurs

Die Gemeinde Thalfang wächst. Daran haben Neubauten wie der Wohnpark am Weiher mit bislang zwölf verkauften Wohnungen Anteil, aber auch die Ortskernsanierung und das Neubaugebiet.

Thalfang. Thalfangs Ortsbürgermeister Burkhard Graul verkündet stolz: "Wir sind auf Wachstumskurs." Das belegen nicht nur die nackten Zahlen.
Graul: "Die Kreisverwaltung hat uns aufgetragen, den Kindergarten Arche Noah zu vergrößern." Für die vielen Kinder aus Thalfang und Umgebung soll die Kita, die ohnehin für die unter Zweijährigen ausgebaut wird, künftig vier statt drei Gruppen beherbergen. Die Planung wird deshalb gerade wieder geändert (der TV berichtete).
Die Statistik zeigt: Mindestens 21 Menschen sind seit Anfang 2010 nach Thalfang umgezogen. Denn laut VG-Verwaltung ist die Einwohnerzahl um sieben auf 1837 gestiegen, obwohl es mehr Sterbefälle (29) als Geburten (15) gab. Die tatsächliche Zahl der Zuzüge dürfte höher als 21 liegen, weil auch Menschen weggezogen sind. Zu Letzterem kann die Verwaltung jedoch keine Angaben machen. Wie kommt es zu den Zuzügen? Für Graul ist der Zuzug ein Zeichen für die hohe Wohnqualität des Orts gepaart mit einer guten Infrastruktur, zu der Schulen, Ärzte, Geschäfte und die nahe Autobahn gehören. Doch natürlich brauchen die potenziellen Neubürger auch entsprechende Wohnangebote.
Eins dieser Angebote ist der 2,5 Millionen Euro teure Wohnpark gleich neben dem Rathaus. Werner Kiefer, Geschäftsführer der WK-Gruppe, hat die Anlage mit 14 barrierefreien Wohnungen und zwei Gewerbeeinheiten errichtet. Im August wurde die Immobilie eröffnet. Nun sind bereits zwölf der 16 Objekte, die zwischen 62 und 111 Quadratmetern groß sind, verkauft.
Kurioserweise sind die 18 Bewohner des Wohnparks überwiegend jüngere Leute, darunter zwei fünfjährige Kinder. Sie alle kommen nicht aus Thalfang, sondern aus der Umgebung.
Auch die sieben Wohnungen, die Kiefer im Rahmen der Ortskernsanierung im Gebäudekomplex "Kehrein" erneuert und vermietet hat, sind großteils an Nicht-Thalfanger gegangen. Das scheint den Unternehmer nicht abzuschrecken. Er überlegt, ein weiteres Objekt im Ortskern zu kaufen. Aber auch neue Häuser im Neubaugebiet "In den Mühlenfeldern" sind für ihn eine, wenn auch noch vage Option.
Neubaugebiet wächst stetig


Das Thalfanger Neubaugebiet hat bislang auch einen Teil zum Wachstum der Gemeinde beigetragen. Zwölf der 42 Bauplätze im ersten Abschnitt sind bereits verkauft, drei davon in den vergangenen beiden Jahren.
Und die Auswahl für die Zuzugwilligen wird bald noch vergrößert, vorrangig durch Projekte der im vergangenen Jahr gestarteten Ortskernsanierung. Architekt Roland Oettel wird wohl Ende des Jahres mit den sechs Wohnungen fertig, die an der Einmündung Koblenzer Straße in die Hauptstraße entstehen. Ein Bauunternehmer aus Hermeskeil will in den kommenden Jahren das Haus Bickler sanieren. Zwei weitere Gebäude in der Hauptstraße sollen noch von der Gemeinde oder Privatleuten saniert werden. Geplant ist zudem ein Neubaugebiet im Ortsteil Bäsch mit fünf oder sechs Bauplätzen. Es soll auf Wunsch des Ortsbeirats entstehen. An vielen Stellen wird mittlerweile diskutiert, ob Neubaugebiete aufgrund der demografischen Entwicklung noch Sinn machen. Ortsbürgermeister Graul sagt: "In Bäsch kann die Gemeinde überhaupt keinen Bauplatz mehr anbieten und es soll ja auch nur ein kleines Baugebiet werden." Die Planung für das Thalfanger Neubaugebiet sei aber auch schon einige Jahre alt.
Graul glaubt, dass der Thalfanger Wachstumskurs weiter anhält und stellt klar: "Wir freuen über jeden, der im Neubaugebiet baut. Aber ganz wichtig ist, dass in den Ortskern investiert wird. Ich bin froh, dass die Ortskernsanierung so gut ankommt."