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Tierparks öffnen an Ostern aber zeigen keine Shows oder Fütterungen

Freizeit an Ostern : Das bieten die Tierparks der Region an Ostern

Ostern bei Sonnenschein: Strömen nun die Massen in die Tierparks? Möglich wäre es, die Betreiber rechnen aber nicht damit. Dennoch sind alle glücklich, nach dem Schock des angekündigten und wieder zurückgenommenen Oster-Lockdowns und der „Notbremse“ in der Vulkaneifel über die Feiertage öffnen zu können.

Es ist ruhig und idyllisch im Eifelpark in Gondorf. Ungewöhnlich, da hier zu normalen Zeiten jubelnde Kinder und das Rattern der Fahrgeschäfte die Atmosphäre ausmachen. Diese sind seit November letzten Jahres wegen der Corona-Verordnungen außer Betrieb und werden das auch über Ostern sein. Dennoch erwartet die Leiterin des Eifelparks Gondorf, Nadine Löwenthal, dass einige Menschen über die Feiertage kommen werden, um die Tiere im Wildparkbereich zu sehen. „Einen Ansturm wird es nicht geben. Das geht auch gar nicht“, sagt Löwenthal. Das Land Rheinland-Pfalz habe für Tierparks eine Besuchergrenze von 25 Prozent der maximalen Kapazität verordnet. Für das große Gelände des Eifelparks bedeutet das 1000 Leute auf einmal.

Da alle Besucher vor dem Einlass in jedem der Eifeler Tierparks online ein Ticket reservieren müssen, sei es auch nicht möglich, dass sich Menschenmengen an den Kassen sammeln könnten. Für den Fall der Fälle sollen in Gondorf aber genügend Schalter geöffnet werden, um größere Gruppen aufteilen zu können.

Darüber hinaus wurden laut Löwenthal zu Beginn der Corona-Pandemie Personenzählbrücken an allen Ein- und Ausgängen aufgestellt, mit deren Hilfe die Leiterin zu jeder Zeit auf ihrem Handy sehen kann, wie viele Menschen sich im Park befinden.

Was der Eifelpark Gondorf den Gästen gerade bietet: Tiere, und zwar hautnah. In den großen Freigehegen können Besucher zum Beispiel Sika- und Damhirsche sehen, ohne durch einen Zaun von ihnen getrennt zu sein und im Eifel-Bauernhof Ziegen, Alpakas oder Hängebauchschweine streicheln und selbst füttern.

Was es nicht gibt: Tiershows und öffentliche Fütterungen der Wölfe, Bären oder Luchse. Dafür können Kinder aber noch immer auf den großen Abenteuerspielplätzen toben.

600 000 Euro, sagt Löwenthal, hat der Eifelpark für Anpassungen an die Corona-Regeln investiert. Da die Ausgaben stabil bleiben und die Einnahmen sinken, war die Erleichterung sehr groß, als angekündigt wurde, dass Tierparks über Ostern öffnen dürfen.

Ähnlich groß ist die Freude im Wild- und Erlebnispark Daun auf das kommende verlängerte Wochenende. 750 Besucher auf einmal können hier in Safari-Rundfahrten mit dem eigenen Auto etwa Lamas, Bisons, Erdmännchen und Berberaffen bestaunen und zum Teil auch anfassen, wie Park-Mitarbeiterin Anika Emontspohl erklärt. Hätten sie über Ostern schließen müssen, wäre wohl ein „sehr gutes Geschäft“ versäumt worden.

Gut 80 Prozent der Tickets seien bereits reserviert. Emontspohl: „Die Lust auf Wildpark ist auf jeden Fall da bei den Leuten. Wenn das Wetter passt, ist das aber ganz normal für die Ostertage.“

Nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz in der Vulkaneifel drei Tage lang über 100 lag, zog die Kreisverwaltung die Notbremse. In der sogenannten Allgemeinverfügung des Landes, die vorerst bis 7. April gilt, wurde festgelegt, dass Tierparks ihre Außenbereiche weiterhin öffnen dürfen.

Glück für die Betreiber, findet auch Ludger Kluthausen, der den Adler- und Wolfspark Kasselburg in Pelm leitet. „Wir müssen nichts an unseren Plänen ändern. Bei uns findet alles draußen statt. Die Besichtigung des Burgturms hätten wir momentan ohnehin nicht angeboten.“ Auch der Essensverkauf zum Mitnehmen kann hier, wie in allen anderen Parks, weitergehen, solange nicht an Tischen vor dem Restaurant gegessen wird.

An einem sonnigen Ostertag erwartet Mitbetreiberin Margarete Kluthausen etwa 300 Gäste. Keine Gefahr für das Überschreiten der Besuchergrenze, die im Adler- und Wolfspark bei 1000 liegt. Margarete Kluthausen: „1000 Menschen kommen nur, wenn der Eintritt frei ist.“

Auch hier können weder Wolfsfütterung noch Flugvorführungen gezeigt werden. „Unsere Greifvögel werden aber den ganzen Tag von unseren Falknern geflogen und trainiert“, sagt Margarete Kluthausen und fügt hinzu: „Besucher, die gerade in der Nähe sind, haben natürlich die Möglichkeit, dabei zuzuschauen. Das Training wird nur nicht beworben oder kommentiert.“ Da die beiden Timber- und Polarwolfrudel aktuell weniger Beschäftigung haben und sich gerade in der Nachwuchszeit befinden, seien sie auch aktiver und zeigen sich öfter.

Ob im Eifel-Zoo in Lünebach mit einem Ansturm zu rechnen ist, hängt für Mitarbeiter Ken Reise zuerst einmal vom Wetter ab. Laut Corona-Verordnung dürfen 250 Leute in den Park um neben Büffeln, Hirschen und vielen exotischen Tieren auch die Hauptattraktion – die afrikanischen Löwen – zu bestaunen.

Die Besuchergrenze ist vergleichsweise niedrig, weil im Eifel-Zoo aufgrund einer Überflutung nach einem großen Unwetter am 1. Juni 2018 mittlerweile erst zwei Drittel des Geländes nach seinem Wiederaufbau zugänglich sind. Der Zoo versucht laut Reise mit dem Ordnungsamt des Eifelkreises eine Abmachung zu treffen, um die maximale Besucherzahl etwas anzuheben.

Die Jahre nach der Überflutung waren schwer, sagt Reise. Umso wichtiger für den Zoo, um eines der lukrativsten Öffnungswochenenden ausnutzen zu können. „Die Ankündigung des Corona-Lockdowns war ein Schock für uns. Als er dann zurückgenommen wurde, war das ein richtiger Moment der Entspannung und Glückseligkeit.“

Der Betrieb läuft natürlich trotzdem nicht wie in Jahren zuvor: Die Feldbahn, die Gäste durch den Zoo transportiert, darf nicht fahren. Der bei Kindern sehr beliebte Streichelzoo ist aber auf. Außerdem werde überlegt, für die Kleinen, die sich gerade im Park befinden, an den Feiertagen einige Ostereiersuchen zu veranstalten.

Ob mehr als 250 Besucher pro Tag an Ostern kommen wollen, kann Reise jetzt noch nicht sagen: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass unsere Kunden meist sehr kurzfristig ihre Online-Tickets buchen.“ Er hofft aber, dass vor allem die süßen Jungtiere der Lamas und Ziegen, die ein oder andere Familie in den Park zieht.

 Geier auf der Kasselburg bei Pelm.
Geier auf der Kasselburg bei Pelm. Foto: Fritz-Peter Linden
 Eifelpark Gondorf:neugierige Alpakas.
Eifelpark Gondorf:neugierige Alpakas. Foto: Nils Straßel
 Schneeeule im Eifelzoo Lünebach.
Schneeeule im Eifelzoo Lünebach. Foto: Marius Kretschmer

Im Wildfreigehege Wildenburg bei Kempfeld im Hunsrück sind jede Menge Tiere zu sehen: Hirsche, Wildschweine, Muffel- und Sikawild, aber auch Waschbären und griechische Landschildkröten. Besonders bekannt ist das Wildfreigehege allerdings für die Tiere, die momentan besonders im Gespräch sind: Wölfe. Denn seit sechs Jahren leben Wölfe an der Wildenburg. An den Osterfeiertagen sollen maximal 500 Menschen eingelassen werden.