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„Woche der Artenvielfalt“ mit 200 Veranstaltungen an der Mosel

Initiative : Vielfalt in der Natur und auf dem Teller: Aktionswoche mit 200 Veranstaltungen

Im Jahr 2020 musste die Premiere der „Woche der Artenvielfalt“ wegen Corona ausfallen. Anfang Mai soll zwischen Luxemburg und Koblenz mit 200 überschaubaren Veranstaltungen unter freiem Himmel ein neuer Versuch gestartet werden.

Wenn Markus Reis und Wolfgang Fusenig aus ihrem Berufsalltag berichten, läuft den Zuhörern schon das Wasser im Mund zusammen. Der Koch und Sommelier aus Zeltingen-Rachtig und der Käsesommelier aus Heidweiler in der Eifel sind Verfechter und Vorreiter von Regionalität und Nachhaltigkeit.

Passt das mit der „Woche der Artenvielfalt“ zusammen? Ja. Denn sie steht vom 1. bis 9. Mai unter dem Schild der Regionalinitiative „Faszination Mosel“. Und zu dieser Faszination gehören in dieser besonderen Kulturlandschaft auch Wein und gutes Essen. Dazu kommen Fauna, Flora und natürlich die Menschen.

Die „Woche der Artenvielfalt“ sollte bereits im Frühjahr 2020 Premiere feiern. Mehr als 180 Veranstaltungen standen in den Moselorten zwischen Luxemburg und Koblenz auf dem Programm. Viele Orte, Gruppen und Einzelpersonen wollten sich engagieren. Corona machte die Pläne erst einmal zunichte.

Aber das Virus schob sie nur auf. Die Anziehungskraft scheint sogar noch größer zu werden. „Dieses Jahr werden es mehr als 200 Veranstaltungen sein“, sagt Gregor Eibes, Landrat des Kreises Bernkastel-Wittlich und Vorsitzender der Regionalinitiative „Faszination Mosel“. Da die Zahl der Teilnehmenden pro Programmpunkt eher im unteren zweistelligen Bereich angesiedelt sein wird und die Veranstaltungen unter freiem Himmel stattfinden, stehen die Chancen dieses Mal nicht schlecht.

Eibes macht das Ziel deutlich: „Wir wollen die führende Genussregion Deutschlands werden.“ Zum aktuellen Programm gehören unter anderem geführte Wanderungen und Exkursionen, Infoveranstaltungen und Ausstellungen zum Steillagenweinbau und zur Artenvielfalt (Biodiversität). Es geht bis in die Nischen – zum Beispiel zur Insektensafari, zum Hirschkäferworkshop und zur Vogelstimmenexkursion.

Auch an die Kinder ist bei mehreren Angeboten gedacht. Zum kulinarischen Erlebnis sollen unter anderem „Wild-Wald-Wein“ und das Treffen der Sommeliers Markus Reis und Wolfgang Fusenig werden.

Markus Reis hofft auf einen Push für die heimischen Betriebe. „Die liebevolle Aufforderung „Komm wach mal auf“ versieht er mit der Bewegung eines Beines, die einem kleinen Tritt in den Allerwertesten ähnelt. Es gehe auch darum, eine neue Klientel zu gewinnen. „Denn die jungen Leute sind anders fokussiert“, sagt der umtriebige Chef des Zeltinger Hofs. Er ist immer auf der Suche nach neuen Ideen und wirbt um Mitstreiter – vor allem für mehr Regionalität.

Viele Verbraucher seien bereit dafür mehr Geld auszugeben. „Wenn noch mehr Leute anfangen so zu ticken, dann haben wir schon viel gewonnen“, sagt Reis. Er bedient sich beispielsweise nicht mehr bei Schweinen aus Massentierhaltung sondern kauft bei einem Landwirt in Gonzerath Duroc-Schweine (der TV berichtete).

In Wolfgang Fusenig hat Markus Reis einen Mitstreiter. Der Molkerei-Ingenieur und Umweltökonom beackert die Großregion auf der Suche nach regionalen Käseproduzenten. In der hiesigen Region, im Saarland, in Lothringen, Luxemburg sowie in Teilen Belgiens hat er schon etwa 100 erschmeckt. Bei Verkostungen von Käse, Käse und Wein sowie Käse und Bränden gibt er seine Erfahrungen weiter – seit einem Jahr auch vornehmlich online.

Mit im Boot ist auch das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Mosel. Es hat bereits 2016 den ersten Tag der Artenvielfalt veranstaltet. „Die Menschen haben Sehnsucht nach Vielfalt“, berichtet Norbert Müller, der das DLR seit Dezember 2020 leitet. Er spricht von einem „Riesenschatz an biologischer Vielfalt“.

Alle Informationen zur Woche der Artenvielfalt gibt es unter www.lebendige-moselweinberge.de/wochederartenvielfalt.html